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Alliance Boots

Alles unter einem Dach

24.05.2011
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Von Ulrike Abel-Wanek, London / Es gibt sie in fast jeder Straße Londons: Boots-Filialen. Sie bieten beinahe alles an, was der Mensch zum Leben braucht: Kosmetik, Lebensmittel, aber auch Medikamente.

Auf der wohl bekanntesten Londoner Einkaufsmeile »Oxfordstreet« steht einer der größten Boots-»Flagshipstores«, ein Vorzeigeobjekt der britischen Apothekenkette Alliance Boots. Vier Etagen mit 35 000 Artikeln rund um Schönheit und Gesundheit locken hier zum Einkaufen. In einer der oberen Etagen befindet sich auch eine Apotheke. An riesigen Freiwahlflächen mit großem OTC-Angebot vorbei, kommt der Kunde auch zum sogenannten »Prescription«-Bereich. Rezepte und verschreibungspflichtige Arzneimittel gehen hier über den HV-Tisch, und es wird beraten.

Will sich jemand das Rauchen abgewöhnen, abnehmen oder braucht die »Pille danach«: Für das diskrete Gespräch steht ein Consultation-Room bereit, ein kleines verglastes, von außen einsehbares »Sprechzimmer«. »Vor etwa sechs Jahren war der Bereich für verschreibungspflichti­ge Medikamente noch sehr klein«, so der Filialleiter. Das habe sich in den letzten Jahren jedoch geändert.

 

Alliance Boots betreibt heute mehr als 3280 Ladengeschäfte, davon knapp 3180 mit ange­schlossener Apotheke. In Europa ist der Konzern nach eigener Aussage mit Niederlassungen im Vereinigten Königreich, in Norwegen, der Republik Irland, den Niederlanden, Italien und Russland Marktführer im Apothekensektor. Das Apothekengeschäft mit angeschlossenem Gesundheits- und Beautybereich ist neben dem pharmazeutischen Großhandel eines der beiden Hauptgeschäftsfelder des Unternehmens. Und dieses setze weiter auf Expansion, versicherte Konzernchef Steffano Pessina am Montag vergangener Woche auf einer Pressekonferenz in London. Alliance Boots machte im Geschäftsjahr 2010/2011 einen Umsatz von 20,2 Milliarden Pfund, das sind rund 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Um neue Märkte zu erschließen, werde sich das Unternehmen auf geografisch und demografisch interessante Länder mit hohem Wachstumspotenzial konzentrieren, so Pessina. Schon heute betreiben Boots-Beteiligungsgesellschaften und Vertragshändler Apotheken im Nahen Osten und in China. Dagegen suche der Konzern auf den etablierten Märkten nach Zukäufen, die das Kerngeschäft ergänzen. Mit der mehrheitlichen Übernahme des türkischen Großhändlers Hedef und vor allem der deutschen Anzag, die auf viel Kritik hiesiger Apotheker stößt, setzte Boots im letzten Jahr entsprechende Zeichen für weiteres Wachstum und internationale Expansion. /

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