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Alle machen mit …

22.04.2014
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. . . und keiner weiß Bescheid! Nein, so chaotisch nehmen wir unseren Versorgungsauftrag nicht wahr. Doch manchmal steckt in diesem Bonmot über Teamarbeit ein Stück Wahrheit. Wir haben die besten Fortbildungen mit den angesehensten Referenten. Die Zahl der Teilnehmer an Fortbildungsveranstaltungen der Kammern steigt weiter. Dennoch müssen wir uns fragen: Warum kommen die richtigen Botschaften rund um das Arzneimittel nicht immer bei den Kunden an? In der aktuellen Ausgabe des Heftes der Stiftung Warentest stehen wir wieder auf der Titelseite. Es wurde nicht getestet, wie gut wir Rabattvertragsquoten erfüllen, Rezepturarzneimittel herstellen, Rückrufe bearbeiten oder BtM-Abgaben dokumentieren. In den Tests ging es ausschließlich darum, wie unsere Botschaften über die Arzneimittelanwendung beim Kunden ankommen.

 

Bei aller Kritik an den Testmethoden und der Ergebnisdarstellung ist es dennoch richtig, wenn wir uns den Spiegel vorhalten lassen. Die Apotheke ist nicht mehr der geheimnisvolle Ort der (alchemistischen) Arzneimittelherstellung, sondern die Institution der Exzellenz-Beratung. Wenn wir im Spiegel sehen, dass nicht in jedem Fall Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln und Nahrungsmitteln erkannt werden, müssen Apotheker und die Bundesapothekerkammer dies ernst nehmen. Die Gesellschaft erwartet von jeder inhabergeführten Apotheke die gleiche Beratungsleistung.

 

Natürlich kann niemand jede denkbare Interaktion zwischen Arzneimitteln im Kopf haben. Die 15 wichtigsten Interaktionen zwischen Rx- und OTC-Arzneimitteln sollte aber jede pharmazeutische Fachkraft sicher wissen. Deshalb müssen Ergebnis und Qualität von Information und Beratung immer wieder hinterfragt und verbessert werden. In jeder Apotheke und in der Bundesapothekerkammer. Dazu gehört die Kontrolle der Ergebnisqualität in Testkäufen. Oder kennen Sie einen besseren Parameter?

 

Grundlage der Beratung ist und bleibt unser Expertenwissen. Durch ständige Fortbildung auf dem neuesten Stand gehalten. Der wissenschaftliche Beirat der Bundesapothekerkammer hat in Meran vom 25. bis 30. Mai wieder einmal ein hochaktuelles Programm zu den Themen ZNS, Hormone und Erkrankungen der Haut zusammengestellt. Ich freue mich darauf, Sie in Meran begrüßen zu dürfen.

 

Dr. Andreas Kiefer

Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK)

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