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Kapferer heißt jetzt Noweda

26.04.2011
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Von Daniel Rücker, Mosbach / Vor drei Jahren hat der genossenschaftliche Pharmagroßhändler Noweda den Konkurrenten Kapferer übernommen. Seit Anfang April ist der Familienbetrieb auch an die EDV der neuen Muttergesellschaft angeschlossen. Damit sind für Noweda-Chef Wilfried Hollmann die Voraussetzungen für eine Umfirmierung erfüllt.

»Der Name Kapferer ist nun Geschichte. Jetzt ist Noweda im Gebäude drin. Deshalb steht jetzt auch Noweda draußen dran«, sagte der Vorstandsvorsitzende Hollmann in einer Pressekonferenz kurz vor Ostern am Kapferer-Stammsitz in Mosbach.

Mit der Integration der Kapferer-Niederlassungen in Mosbach, München, Chemnitz und Saarbrücken kommt die Noweda ihrem Ziel einer bundesweiten Präsenz wieder ein Stück näher. Mit dem bereits begonnenen Neubau in Peine hat das Unternehmen mit Stammsitz in Essen nun 15 Standorte im Bundesgebiet.

 

Noch einige weiße Flecken

 

Die noch bestehenden weißen Flecken auf der Landkarte (Norddeutschland, Nordbayern und Südwestdeutschland) will die Noweda mittelfristig ebenfalls besetzen. Bevorzugt über neue Niederlassungen. Hollmann schließt aber auch weitere Übernahmen nicht aus, »wenn sich uns eine gute Gelegenheit bietet«. In nächster Zeit will das Unternehmen seinen Expansionsdrang allerdings zügeln. Das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz habe auch der Noweda zugesetzt, sagte Hollmann.

 

Hollmann zeigte sich mit dem Verlauf der Übernahme sehr zufrieden. »Drei Viertel aller Übernahmen gelingen nicht. Wir gehören zu den übrigen 25 Prozent.« Man habe sich von Beginn an darauf verständigt, dass es keine Gewinner und Verlierer geben dürfe.

 

Das bestätigten auch die Verkäufer, die Brüder Claus und Wolfgang Kapferer. Natürlich wären sie am liebsten selbstständig geblieben, sagte Claus Kapferer in der Pressekonferenz. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten dies aber nicht zugelassen. Nun sei man froh, dass Noweda alle Mitarbeiter und Auszubildende übernommen habe. Insgesamt sei die Belegschaft seit 2008 sogar gewachsen. Auch beim Umsatz liegen die Kapferer- Standorte im Plus. Übernommen hat Noweda den Familienbetrieb mit einem Umsatz von rund 550 Millionen Euro. Im vergangenen Geschäftsjahr steuerten die ehemaligen Kapferer-Niederlassungen knapp 650 Millionen Euro zum Noweda-Umsatz bei.

 

Kapferer zufrieden mit Übernahme

 

Diese Zahlen sind für die Brüder Kapferer ein weiterer Beleg für die Richtigkeit ihrer Entscheidung. Bevor Noweda den Zuschlag erhielt, hatten sie auch mit anderen deutschen und ausländischen Interessenten verhandelt, befanden jedoch nach Aussage von Wolfgang Kapferer, dass »diese Unternehmen nicht zu unseren Kunden passen«. Von den 1600 Kapferer-Apothekern machten die meisten den Besitzerwechsel mit. Nach Hollmanns Angaben sind heute 1000 von ihnen Noweda-Mitglieder. Die Zahl der Noweda-Kunden insgesamt stieg in den ehemaligen Kapferer-Filialen laut Hollmann sogar auf 1900 an.

 

Die Übernahme von Kapferer durch Noweda wurde Anfang April 2008 vereinbart. Die Genossenschaft hat heute nach eigenen Angaben gut 8000 Mitglieder und 1841 Mitarbeiter. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2009/2010 betrug 3,49 Milliarden Euro. Für das demnächst zu Ende gehende 2010/2011 rechnet Hollmann mit einer Steigerung auf rund 3,7 Milliarden Euro. Mit einem Marktanteil von 15 Prozent liegt Noweda deutschlandweit auf dem fünften Platz. Knapp hinter Sanacorp, Anzag und Gehe mit jeweils 16 Prozent und dem Marktführer Phoenix (18 Prozent). /

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