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Europa-Apotheek wirbt als »Apotheke im dm«

26.04.2011
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Von Daniel Rücker / Die Venloer Europa-Apotheek und die dm-Drogeriemärkte verquicken ihr Geschäftsmodell noch stärker als bislang. In einer Fernsehanzeige tritt die Europa-Apotheek mit dem Zweitnamen »Apotheke im dm« auf. Unter dieser Adresse ist sie auch im Internet zu erreichen. Die Fernsehspots starten in dieser Woche.

Die potenziellen Kunden werden mit bis zu 15 Euro Einsparung bei verordneten Arzneimitteln geködert. Dazu muss allerdings das verordnete Medikament mindestes 500 Euro kosten. OTC-Arzneimittel sollen bis zu 50 Prozent billiger sein als der vom Hersteller empfohlene Preis.

Die Bezeichnung »Apotheke im dm« müsste von der Bundesregierung eigentlich als Provokation begriffen werden. Bei der Veröffentlichung von Eckpunkten zur Apotheken­betriebsordnung in der vorletzten Woche hatte das Bundesgesundheits­ministerium noch gefordert, dass eine Apotheke auch als solche erkennbar sein müsse. Die Pick-up-Stellen der Europa-Apotheek nennen sich nun Apotheke (im dm), sind aber ganz sicher keine und sehen auch keinesfalls danach aus. Mit einer Apotheke haben sie wenig gemein, am wenigsten die von Gesundheitsmi­nis­ter Philipp Rösler geforderte kompetente und aus­führ­liche Beratung.

 

Auf der anderen Seite hat sich das Ministerium aber in den Vorschlägen zur Apotheken­betriebsordnung ganz offensichtlich von der ursprünglichen Ablehnung der Pick-up-Stellen verabschiedet. Deshalb ist es zumindest fraglich, ob im Ministerium die Umbenennung überhaupt noch registriert wird. / 

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