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Warenpräsentation

Frühlingserwachen in der Offizin

10.04.2012
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Von Maik Schlüter / Der Frühlingsbeginn inspiriert viele Menschen, den Muff aus ihren Wohnungen zu vertreiben. Putzen, Aufräumen und Ausmisten sind an der Tagesordnung. Doch wie ist es in der Apotheke? Auch dort kann eine Generalüberholung sinnvoll sein.

Die Mitarbeiter der Treuhand Hannover sind in ihrer täglichen Beratungspraxis oft unterwegs und lernen verschiedene Apotheken in der gesamten Bundesrepublik kennen. Einige Apotheken können bereits auf eine lange Tradition zurückblicken, andere haben gerade neu eröffnet. Manche sind mit einer dunklen Einrichtung eher rustikal gestaltet, andere wiederum wirken etwas steriler und sind vorwiegend in Weiß eingerichtet. Doch ganz gleich, auf welche Art von Apotheke man trifft, in fast allen Fällen gibt es bereits auf den ersten Blick Verbesserungs­potenziale.

Zu wenige Veränderungen

 

Sicher sind die Augen der Treuhand-Berater geschult. Doch letztlich betreten auch sie viele Apotheken zum ersten Mal und sehen die Apotheke aus der Sicht eines Kunden. Dabei fällt immer wieder auf, dass gerade in Betrieben, die seit geraumer Zeit bestehen, schon lange nichts mehr verändert wurde. Natürlich wird immer wieder neue Ware in der Offizin platziert, vielleicht auch mal eine Produktkategorie durch eine andere ersetzt. Aber vieles bleibt unverändert beim »guten Alten«. Mit der Zeit können sich dann zum Beispiel eine unvorteilhafte Warenpräsenta­tion oder schlichtweg Unsauberkei-ten einschleichen, wie etwa Spinnenweben am Deckenstrahler oder kleine Staubansammlungen an schwer zugänglichen Stellen.

 

Ein weiterer oft zu beobachtender Missstand ist, dass gerade bei neu gelisteter Ware diese zunächst einmal irgendwo eingeräumt wird, wo gerade Platz ist. Dieser einmal gefundene Platz wird dann nicht mehr geändert. So kann es schon einmal vorkommen, dass die Kondome direkt neben den Tena-Binden für Inkontinenzkranke stehen. Eine Warenpräsentation, die weder indikationsbezogen noch zielgruppen­gerecht sein dürfte. Dabei hat sich das Apothekenteam bei der Planung der Verkaufsräume viele Gedanken gemacht, die Waren möglichst kunden­gerecht und systematisch anzuordnen. Diese Mühe wird durch einen solchen Lapsus konterkariert.

 

Man sollte sich selbst regelmäßig und kritisch die Produkte im Handverkauf und in der Sichtwahl anschauen. Präsentationsraum ist immer ein knappes Gut. Gerade bei der Menge neuer Produkte sollte Regalfläche nicht für Artikel vergeudet werden, die nicht oder nur unzureichend nachgefragt werden. Dies gilt zum Beispiel für Saisonartikel. Je nach Saison oder bei Produkten mit Nachfrageschwankungen können Veränderungen in der Warenpräsentation Platz für neue Artikel schaffen. Auch ist in vielen Apotheken der Handverkaufstisch mit Aufstellern der Industrie zugestellt. Hier ist manchmal weniger mehr. Ein auch nur leicht verändertes Sortiment sorgt für Neugierde bei den Kunden – und für Kaufimpulse.

 

Auch bei der Sichtwahl ist oft die Warenpräsentation zu verbessern. So sollte immer mal wieder kontrolliert werden, ob genügend Ware ausgestellt ist. Oft finden sich Produkte mit wenigen oder sogar gar keinen Packungen in den Regalen. Es entstehen Lücken, die nicht gut aussehen. Viel bedeutender ist jedoch, dass sich diese auf den Umsatz auswirken, weil Kaufimpulse für den Kunden fehlen. Verschenkte Regalfläche bedeutet hier verschenktes Umsatzpotenzial.

 

Gründe für die unvorteilhafte Warenpräsentation sind oftmals gar keine bewussten Nachlässigkeiten, sondern einfach nur die oft zitierte Betriebsblindheit. Aus Gewohnheit werden die Details einfach nicht mehr gesehen. Erstmalige oder unregelmäßige Besucher gehen aber mit einer ganz anderen Aufmerksamkeit in die Apotheke als der Inhaber selbst oder dessen Angestellte. So hilft es, sich von guten Kunden oder Bekannten deren Eindrücke beim Betreten und Aufenthalt in der Offizin schildern zu lassen. Diese haben auch fast immer einen Verbesserungsvorschlag parat.

 

Kleine Handgriffe

 

Eine von Zeit zu Zeit vorgenommene Generalreinigung zeigt oft schon Wirkung. In der Regel fällt währenddessen bereits auf, dass kleinere Umplatzierungen oder Auffüllungen notwendig und sinnvoll wären. Auch das Umstellen von Regalen oder Verkaufs-Aufstellern kann manchmal wahre Wunder wirken. Nach diesem »Frühjahrsputz« wird die Apotheke sicher einen frischeren Eindruck machen – und der Sommer kann kommen. / 

Der Autor

Diplom-Ökonom Maik Schlüter ist Mitarbeiter der betriebswirtschaftlichen Abteilung der Treuhand Hannover GmbH Steuerberatungsgesellschaft, Hildesheimer Straße 271, 30519 Hannover, Telefon 0511 83390-0, www.treuhand-hannover.de.

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