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Impfung verhindert Typ-1-Diabetes

13.04.2010
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Von Christina Hohmann / Eine Nanopartikel-Vakzine verhindert bei Mäusen die Entwicklung eines Typ-1-Diabetes und normalisiert die Blutzuckerwerte. Dies berichten Forscher um Pere Santamaria von der Universität Calgary im kanadischen Bundesstaat Alberta im Fachjournal »Immunity« (doi: 10.1016/j.immuni.2010.03.015).

Typ-1-Diabetes ist eine chronische Autoimmun­erkrankung, bei der fehlgeleitete Immunzellen die Insulin-produzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse zerstören. Verantwortlich sind hierfür autoreaktive T-Zellen. Diese stehen in einer Art Tauziehen mit autoregulatorischen T-Zellen, die die Entwicklung von Autoimmunprozessen zu verhindern suchen. Die neu entwickelte Vakzine der kanadischen Wissenschaftler soll die hemmenden Zellen dabei unterstützen und die Autoimmunangriffe auf die Betazellen gezielt verhindern.

 

Dementsprechend ist der Impfstoff konzipiert: Er besteht aus Nanopartikeln, die mit einem Komplex aus »Typ-1-Diabetes-relevanten Proteinfragmenten« und MHC-Molekülen (Haupthistokompatibilitätskomplex) beschichtet sind. Die Impfung mit dieser Nanovakzine führte bei Versuchstieren dazu, dass die Zahl der autoregulatorischen T-Zellen zunahm. Bei Modellmäusen für Typ-1-Diabetes konnte die Impfung die Entstehung der Erkrankung verhindern und die Blutzuckerwerte wieder in den Normbereich senken, berichten die Forscher. Sie betonen, dass der Impfstoff selektiv den Immunangriff auf die Betazellen unterbindet, während das restliche Immunsystem nicht beeinflusst wird.

 

Ob die Methode auch bei Menschen funktioniert und die Vakzine sich dort als sicher und effektiv erweist, muss noch untersucht werden. Sollte dies der Fall sein, könnte das gleiche Prinzip auch auf andere Autoimmunerkrankungen wie Rheumatoide Arthritis oder Multiple Sklerose angewendet werden. /

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