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Versandapotheke

Werbung mit zwielichtigen Methoden

08.04.2008  17:38 Uhr

Versandapotheke

Werbung mit zwielichtigen Methoden

Von Uta Grossmann

 

Vitalsana lockt Kunden mit erfundenen Preisempfehlungen der Hersteller, die sie dann vermeintlich unterbietet. ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf kritisierte, Verbraucher würden durch die Praktiken der Schlecker-Versandapotheke »vorsätzlich getäuscht«.

 

Die Ende April gestartete Versandapotheke Vitalsana, die zur Drogeriemarktkette Schlecker gehört, hat zum Beispiel für die Nahrungsergänzungsmittel Centrum und Vitasprint auf der Homepage und im aktuellen Katalog mit unverbindlichen Preisempfehlungen (UVP) geworben, obwohl der Hersteller Whitehall-Much gar keine solchen Empfehlungen gibt. Jede Apotheke soll den Preis der Präparate frei kalkulieren können, erläuterte Vertriebsdirektor Friedrich Becker der PZ. Becker berichtete, er habe Vitalsana telefonisch gebeten, die falschen Angaben von der Homepage zu entfernen, was »innerhalb von zwölf Minuten« geschehen sei. Damit sei die Sache für ihn vorerst erledigt. Sollte sich Ähnliches allerdings auch im neuen Katalog wiederholen, behalte man sich rechtliche Schritte vor.

 

Heinz-Günter Wolf, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, kritisierte das Verhalten des Internet-Versenders. »Hier werden Verbraucher und Patienten vorsätzlich getäuscht. Wir befürchten, dass dieses wettbewerbswidrige Verhalten kein Einzelfall ist und werden das genauer unter die Lupe nehmen«, kündigte Wolf an. »Dieser Fall zeigt, dass das sensible Vertrauensverhältnis zwischen Apotheke und Patient von einigen Arzneiversendern ausgenutzt wird.«

 

Entgegen anders lautender Medienberichte hat GlaxoSmithKline keine Falschangaben zu beklagen. Unternehmenssprecher Dr. Stefan Noé sagte der PZ, die für Granu Fink® Prosta und Granu Fink® Femina angegebenen UVP seien korrekt.

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