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Vorbeugen hilft

08.04.2008  17:28 Uhr

Vorbeugen hilft

Ein langes, gesundes Leben, das wünscht sich jeder. Und dafür kann man einiges selbst tun. Die Mittel sind bekannt: viel Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und Verzicht auf gesundheitsgefährdende Gewohnheiten. Doch die Realität in Deutschland ist eine andere: die meisten Menschen bewegen sich zu wenig, ernähren sich zu ungesund, sie rauchen, trinken und sind zu dick.

 

Das rief die Bundesregierung auf den Plan. Sie wollte den Gedanken der Prävention stärker verbreiten, um die Gesundheit der Bevölkerung zu bewahren. Schon 2004 beschloss sie, ein entsprechendes Präventionsgesetz zu verabschieden. Doch die Verhandlungen darüber scheiterten 2005 zum ersten und 2007 zum zweiten Mal. Der Grund ist hauptsächlich der Streit um die Finanzierung der Präventionsmaßnahmen (siehe dazu Langer Streit ums Präventionsgesetz). Angesichts der Bedeutung der Prävention ist es ein Armutszeugnis, dass sich die große Koalition nicht zu einer konstruktiven Zusammenarbeit durchringen kann.

 

Gar nicht so schlimm, werden manche Ökonomen sagen. Denn die Präventionsmaßnahmen sind teuer und scheinen kein geeignetes Mittel zu sein, die Gesundheitskosten zu senken (siehe dazu Spart Vorsorge tatsächlich Kosten?). Erst vor Kurzem zeigte ein niederländische Studie, dass Dicke und Raucher den Staat billiger kommen als schlanke Nichtraucher. Wer früher stirbt, hilft Geld zu sparen, könnte der zynische Schluss dieser Studie lauten. Doch das ist Unsinn und zeigt einmal mehr, dass eine ökonomische Betrachtungsweise bei der Gesundheit nicht weit führt.

 

Deshalb ist es richtig, wenn sich alle, Politik, Heilberufler und auch Pädagogen, in der Prävention engagieren. Für jeden Einzelnen lohnt sie sich sehr wohl. So verlängern zum Beispiel Raucher, die mit ihrem Laster aufhören, ihr Leben und erhöhen dessen Qualität (siehe dazu Entwöhnung: Ausbruch aus der Nikotinsucht). Und mit Sport und einer Ernährungsumstellung können Risikopatienten, einen Typ-2-Diabetes noch verhindern (siehe dazu Diabetes verhindern statt behandeln). Die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern helfen, frühzeitig Störungen der körperlichen und geistigen Entwicklung zu erkennen und zu behandeln. Diese sollen anders als andere Präventionsmaßnahmen in Zukunft auch Pflicht werden (siehe dazu Kinderarztbesuch wird Pflicht).

 

Der Nutzen von Prävention für die Gesundheit der Menschen ist unbestreitbar. Und daher ist es so wichtig, dass sich der Apotheker als Gesundheitsfachmann beteiligt, indem er zum Beispiel über Schutzimpfungen berät, über Ernährung aufklärt oder Blutwerte bestimmt.

 

Christina Hohmann

Ressortleitung Medizin

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