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Metaanalyse

Vitamin D zum Schutz vor Erkältung

22.02.2017
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Von Daniela Hüttemann / Die regelmäßige Einnahme von Vitamin D senkt das Risiko, an einer Infektion der oberen Atemwege zu erkranken, um 12 Prozent. Das ergab eine Metaanalyse von 25 hochwertigen Studien mit insgesamt mehr als 11 000 Teilnehmern aus 14 Ländern, die jetzt im »British Medical Journal« veröffentlicht wurde (DOI: 10.1136/bmj.i6583).

 

Die Autoren um Professor Dr. Adrian Martineau von der Queen Mary Universität in London berechneten 33 als Number needed to treat. Das bedeutet, dass 33 Menschen Vitamin D einnehmen müssten, um eine Erkältung, Bronchitis oder Nasennebenhöhlenentzündung zu verhindern. Gemessen an der Häufigkeit von Infektionen der oberen Atemwege wären das pro Jahr mehrere Millionen weniger Krankheitsfälle in Deutschland.

 

Profitieren würden vor allem jene, die vorher ein deutliches Vitamin- D-Defizit von weniger als 25 nmol/l 25-Hydroxyvitamin-D hatten. Dabei scheint die tägliche oder wöchentliche Einnahme niedrig dosierter Präparate der Gabe hoch dosierter Bolusgaben überlegen zu sein. Nebenwirkungen traten kaum auf. In einem begleitenden Kommentar weisen unabhängige Wissenschaftler jedoch darauf hin, dass die Ergebnisse durchaus heterogen seien und sich nicht auf die gesamte Bevölkerung übertragen ließen (DOI: 10.1136/bmj.j456). Zur Bestätigung müssten große randomisierte Studien folgen. Die Kommentatoren sehen bislang nur eine ausreichende Evidenz für eine Vitamin-D-Supplementation zur Verhinderung schwacher Knochen (Osteomalazie) bei Personen mit niedrigen Vitamin-D-Spiegeln. /

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