Pharmazeutische Zeitung online
Grippeimpfstoffe

Sanofi Pasteur MSD liefert exklusiv

18.02.2013
Datenschutz bei der PZ

Von Stephanie Schersch / Trotz der massiven Lieferengpässe bei Grippeimpfstoffen im vergangenen Herbst setzen die Kranken­kassen erneut auf Exklusivausschreibungen. In Schleswig- Holstein, Hamburg und Nordrhein-Westfalen wird Sanofi Pasteur MSD die Kassenpatienten in der kommenden Grippesaison exklusiv mit Impfstoff versorgen.

Das Pharmaunternehmen hat sich in einer europaweiten Ausschreibung in allen Gebietslosen gegen die übrigen Anbieter durchgesetzt und wird nun voraussichtlich mehr als drei Millionen Impfdosen stellen. In einigen Bundesländern hatten exklusive Ausschreibungen über Grippeimpfstoffe zuletzt für großen Ärger gesorgt. Im vergangenen Herbst war Novartis als Ausschreibungsgewinner in Hamburg, Schleswig-Holstein und Bayern wochenlang nicht in der Lage gewesen, die zugesagten Impfdosen zu liefern. Auch andere Hersteller hatten den Bedarf zunächst nicht auffangen können. Mitten in der Grippesaison standen so in einigen Teilen Deutschlands nicht ausreichend Vakzine zur Verfügung. Apotheker und Ärzte hatten daraufhin gefordert, die Impfstoffversorgung künftig nicht mehr in die Hände nur eines einzigen Herstellers zu legen. Auch Gesundheitspolitiker aus Union und FDP hatten sich zuletzt gegen Exklusivausschreibungen für Grippeimpfstoffe ausgesprochen.

Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender der federführenden AOK Nordwest, sieht die Krankenkassen für die kommende Saison dennoch gut aufgestellt. »Mit Sanofi Pasteur MSD haben wir einen renommierten und verlässlichen Partner gefunden, der sich bereits in der Vergangenheit durch seine hohe Zuverlässigkeit ausgezeichnet hat«, sagte Litsch. Das findet auch Guiseppe Pinto, der bei Sanofi Pasteur MSD für Ausschreibungen zuständig ist. Er verweist auf Westfalen-Lippe, wo das Unternehmen bereits in der laufenden Saison die Lieferrechte besitzt. Dort habe man jederzeit ausreichend Impfstoff verfügbar gehabt, sagte Pinto.

 

Apotheker einbinden

 

Sowohl die AOK Nordwest als auch Sanofi Pasteur MSD betonen, dass die Apotheker auch weiterhin eine wichtige Rolle in der Impfstoffversorgung spielen sollen. Man wolle »in enger Abstimmung mit den Ärzten und Apothekern vor Ort eine gute Verteilung und Versorgung der Bevölkerung mit Grippe­impfstoff sicherstellen«, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Die Krankenkassen hatten mit den Apothekern ursprünglich auch über ein Festpreismodell verhandelt. Eine Einigung fand man aber nicht. /

Mehr von Avoxa