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Adexa schreibt offenen Brief an Bahr

18.02.2013
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Von Stephanie Schersch / In einem offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) fordert Tanja Kratt, zweite Vorsitzende der Apothekengewerkschaft Adexa, verlässliche Rahmenbedingungen und eine angemessene Honorierung der Apothekenmitarbeiter. »Ihre Hü-hott-Politik macht nicht nur den Apothekenleitern das Leben schwer, sondern insbesondere auch den über 130 000 Angestellten in den Apotheken«, schreibt Kratt.

So habe Bahr die Abschaffung von Pick-up-Stellen zugesagt und am Ende den Apothekern die Aufgabe zugeschanzt, selbst eine rechtssichere Lösung zu finden. Die Ankündigung einer verbesserten Notdienstvergütung habe der Gesundheitsminister darüber hinaus taktisch klug zur Beruhigung der Gemüter vor dem Deutschen Apothekertag im vergangenen Herbst angebracht. »Bis heute, immerhin vier Monate später, ist überhaupt nichts in Aussicht, geschweige denn geregelt.«

 

Die Apothekenmitarbeiter leisteten täglich einen enormen Beitrag für das deutsche Gesundheitswesen und würden dabei nicht selten die Grenzen ihrer Belastbarkeit erreichen, so Kratt. Dass nun Tarifverhandlungen ins Stocken geraten seien, hätten die Apotheker nicht zuletzt der wenig verlässlichen Politik der schwarz-gelben Koalition zu verdanken. »Ein reflexhafter Hinweis auf die Tarif­autonomie greift hier zu kurz, denn der Apothekenbereich ist gesetzlich massiv reguliert«, so Kratt. »Schauen Sie sich einmal die Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an und Sie werden feststellen, dass hier niemand überbezahlt ist.« Mit Blick auf den wachsenden Fachkräftemangel gelte es, die Attraktivität der Apothekenberufe zu fördern. /

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