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EPSA-Vollversammlung

Ab auf die Insel

30.01.2012
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Von Justus Garve und Stefan Rack / Im Oktober 2011 fand in Birmingham die Vollversammlung der Europäischen Vereinigung der Pharmaziestudierenden (EPSA) statt. Was passiert auf diesem Kongress? Was wird in der »General Assembly«, der Generalversammlung dieser gemeinnützigen Organisation, besprochen?

Birmingham ist die zweitgrößte Stadt des Vereinigten Königreichs und das ehemalige Zentrum der Metallverarbeitung im »Black County«. Viel ist nicht mehr von den einst rauchenden Schloten zu sehen, was nicht heißt, dass die Stadt nicht interessant wäre. Gerade die kulturelle Vielfalt und die schmalen Kanäle, die die Stadt durchziehen, machen sie zu einem Ort, an dem man viel entdecken kann.

Am ersten Abend wurden die Teilnehmer in der Eröffnungsveranstaltung vom EPSA-Präsidenten Guilherme Monteiro Ferreira, dem Vorsitzenden des Organisationsteams Abbas Kanani und der Vizepräsidentin der Aston University, Julia King, begrüßt. Die Universität sollte in den nächsten Tagen unser Tagungsort werden. Am nächsten Morgen starteten die Studenten mit der wirklichen Arbeit. Der zentrale Ort des Geschehens ist dabei die »General Assembly«. Jedes Mitgliedsland von EPSA ist in dieser mit mindestens einem offiziellen Delegierten vertreten. Dieser muss die gesamte Zeit in der Generalversammlung anwesend sein. Auch wenn man nicht zu den Delegierten zählte, konnte man in die Vollversammlung hineinschnuppern.

 

Daneben gab es ein umfassendes und interessantes Alternativprogramm. So fanden zum Beispiel Workshops zu Stressmanagement oder Konfliktbewältigung statt. Zudem konnte man in diesem Jahr Veranstaltungen zum Thema »Sexual Health« besuchen. Somit bekam man Einblick in die derzeitige Situation der Aids-Prävention, in die sexuelle Aufklärung von Jugendlichen in Großbritannien und weitere Informationen über Verhütungsmethoden und Geschlechtskrankheiten. Das Training, wie man mit solch heiklen Themen in der Apotheke im Patientengespräch umgeht und am besten berät, war dabei ein wichtiger Bestandteil.

 

Inspirierend war auch der Vortrag über den Stand der Klinischen Pharmazie in Großbritannien. Während in Deutschland – auch von studentischer Seite – immer noch dafür gekämpft wird, dass Apotheker auf Station nicht mehr die Ausnahme bleiben und dem Berufsstand mehr Verantwortung gegeben wird, ist der Apotheker im Vereinigten Königreich als fester Bestandteil vieler Kliniken längst mit dem Arzt auf Augenhöhe und darf auch selbststän­- dig Medikamente verschreiben.

 

Neben den Veranstaltungen und Plenum tagsüber, hatte sich das Organisationsteam ins Zeug gelegt, uns auch abends ein abwechslungsreiches Programm zu bieten. Das ist gelungen: Von der Feier zum Start des neuen EPSA-Projekts VOYAGE (epsa-online.org/voyage) bis zur Galanacht als Maskenball in der VIP-Lounge des Traditionsclubs Aston Villa. Natürlich durfte auch auf dieser EPSA-Veranstaltung der internationale Abend nicht fehlen.

 

Ich möchte an dieser Stelle, auch im Namen der anderen Studenten aus Deutschland, den Universitäten danken, dass es möglich war, Praktika und Seminare zu verschieben oder nachzuholen, sodass wir reisen konnten. Die nächste Versammlung, der Annual Congress, wird vom 23. bis 28. April in Istanbul sein. Sollten wir Interesse geweckt haben, finden sich weitere Informationen und die Anmeldung unter www.epsa-congress2012.com, bei allen Fachschaften oder mit einer Mail an epsa(at)bphd.de. Wir wären auf jeden Fall gerne wieder dabei. /

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