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Gemeinsam gegen Arzneimittelmissbrauch

01.02.2011
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PZ / Mehr als 1,5 Millionen Menschen in Deutschland sind von Medikamenten abhängig. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) und die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände wollen nun gemeinsam gegen Arzneimittelmissbrauch aktiv werden und das Thema stärker als bislang in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken.

»Medikamentenmissbrauch im Breitensport verstößt gegen den Grundsatz des Fairplay und gefährdet die eigene Gesundheit«, sagte DOSB-Präsident Thomas Bach. Peter Meyer, Präsident des ADAC, verwies auf mögliche Probleme im Straßenverkehr. »Wenn Autofahrer bei Erkältungskrankheiten in Eigenregie Medikamente einnehmen und diese auch noch zu hoch dosieren, kann das durchaus zu Fahruntüchtigkeit führen«, so Meyer.

Wie dringend das Thema Arzneimittelmissbrauch ist, zeigen verschiedene Studien. Danach nehmen zwei Millionen Menschen gelegentlich Medikamente zur Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz ein. Selbst in der Schule und an Universitäten spielen leistungssteigernde Arzneimittel schon eine Rolle. So haben 5 Prozent der Studierenden schon einmal Medikamente zur Steigerung der Gehirnleistung ohne medizinische Notwendigkeit eingenommen.

 

ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf wies auf die Bedeutung der Apotheker in diesem Zusammenhang hin. »Die Apotheker spielen eine zentrale Rolle bei der Erkennung und Verhinderung von Arzneimittelmissbrauch. Das gilt besonders für rezeptfreie Medikamente wie Schmerz- und Abführmittel.« / 

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