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Studienabschluss

Das Abc zum Berufseinstieg

15.01.2018
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Von Carolin Antropov / Aller Anfang ist schwer, heißt es. Doch das muss nicht sein! Ist das zweite oder dritte Staatsexamen in der Tasche, winkt der lang ersehnte erste Job als Pharmazeut ­beziehungsweise Apotheker. Doch es gibt einiges, was einem in der Universität niemand zum Berufseinstieg erzählt. Deshalb haben wir im Folgenden das Wichtigste von A bis Z aufgelistet.

A wie Approbation: Ohne diese darf keine Tätigkeit als Apotheker ausgeübt werden. Sie muss separat bei der zuständigen Bezirksregierung beantragt werden. Neben dem Zeugnis vom bestandenen dritten Staatsexamen wird unter anderem auch ein ärztliches Attest sowie ein amtliches Führungszeugnis benötigt. Letzteres kann man von der Meldestelle des Wohnorts direkt an die zuständige Stelle übermitteln lassen. Wenn der neue Job eilt, kann der Antrag meist bereits im Voraus gestellt werden, um das Verfahren zu beschleunigen. So muss nach der letzten Prüfung nur noch das Zeugnis nachgereicht werden.

B wie Beiträge: Apotheker werden –aber auch zu sein – ist nicht geschenkt. Denn neben Kosten für die Approbation fallen fortan Mitgliedsbeiträge der Kammer an.

 

E wie exmatrikuliert: Das Pharmaziestudium endet mit Bestehen des zweiten Staatsexamens, was besonders für das Arbeitslosengeld interessant ist (siehe G wie Geld). Manche Kammern stellen für den Zeitraum bis zur Approbation eine Ausbildungsbescheinigung zur Verfügung, um den ungewöhnlichen Status zwischen Studium und Approbation verständlich zu erklären. Dies erleichtert den Umgang mit Behörden.

 

F wie Fortbildungen: Die Teilnahme an akkreditierten Fortbildungen wird mit sogenannten Fortbildungspunkten belohnt. Werden innerhalb von drei Jahren 150 Punkte (in Schleswig-Holstein 120 Punkte) gesammelt, kann ein Fortbildungszertifikat beantragt werden. Ob das Sammeln bereits als Pharmazeut im Praktikum angerechnet wird, ist unterschiedlich. Im Zweifel sollte man die Nachweise lieber aufbewahren.

 

G wie Geld: Zwischen Ende des Praktischen Jahres (PJ) bis zum ersten Tag als Apotheker können einige Wochen verstreichen, die finanziell überbrückt werden müssen. Nach mindestens einem Jahr Arbeit besteht dabei prinzipiell ein Recht auf Arbeitslosengeld, sodass sich oft der Gang zur Agentur für Arbeit lohnt. Hierfür ist zwingend eine persönliche Meldung am ersten Tag der Arbeitslosigkeit erforderlich. Doch Achtung: Spätestens drei Monate vor Beschäftigungsende, also vor Ablauf des PJs, muss man sich dafür bereits arbeitssuchend melden! Scheut man den Gang zur Behörde, dann ist es wichtig, sich rechtzeitig um Kranken- und Rentenversicherung kümmern.

 

H wie (Ver-)Handeln: Oft lässt sich ein übertarifliches Gehalt aushandeln. Idealerweise wird dies im Vertrag allerdings nicht als fester Betrag in Euro fixiert, sondern als Tarif + XX Prozent formuliert, sodass mit steigender Berufserfahrung die Vergütung automatisch mitwächst.

 

K wie Kammer: Hierbei ist es von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, ob eine Mitgliedschaft in der Landesapothekerkammer bereits im praktischen Jahr (freiwillig) beginnt oder erst mit Approbation. Spätestens dann ist sie verpflichtend. Maßgeblich ist der Ort, an dem der Beruf ausgeübt wird, oder bei Erwerbslosigkeit der gemeldete Wohnsitz.

N wie Notdienstbereitschaft: Normalerweise werden die Notdienste gleichmäßig unter den Apothekern aufgeteilt und entweder mit Freizeit oder finanziell ausgeglichen. Cave: Bei einem übertariflichen Gehalt von mindestens 13 Prozent gilt die Notdienstbereitschaft laut Tarifrecht bereits als vergütet.

 

Q wie Qualitätszirkel: Sich mit Kollegen austauschen, das Beratungswissen vertiefen oder den Blick auf bestimmte Nebenwirkungen schärfen und die Beobachtungen anschließend in der Gruppe besprechen – all das ist möglich in ehrenamtlich geführten Qualitätszirkeln. Der Kontakt gelingt am leichtesten über die Kammern. Die Treffen finden meist alle ein bis zwei Monate statt.

 

S wie Steuererklärung: Vielen läuft dabei ein kalter Schauder über den Rücken, dabei kann sie sich lohnen. Kommt ein Steuerberater nicht infrage, gibt es Unterstützung durch günstige, leicht bedienbare EDV-Programme. Sie können Schritt für Schritt und mit verständlichen Erklärungen durch die erste eigene Steuererklärung lotsen.

 

T wie Tarif: Nur wenn sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer Mitglied der jeweiligen Tariforganisation sind, greifen Tarifverträge automatisch. Hierin sind Arbeitszeiten, Urlaubsanspruch, Gehalt und ähnliches geregelt.

 

V wie Versorgung: Apotheker haben für ihre Rentenversicherung ihr eigenes, berufsständiges Versorgungswerk. Um nicht doppelt einzuzahlen, kann im PJ sowie bei Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit als Apotheker die Befreiung von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung beantragt werden. Dieser Befreiungsantrag ist bei jedem Jobwechsel und sogar bei einem Wechsel der beruflichen Position innerhalb eines Unternehmens stets aufs Neue zu stellen. Das sollte bis spätestens drei Monate nach Tätigkeitsaufnahme passiert sein.

 

W wie Weiterbildung: Mit einer berufsbegleitenden Weiterbildung können umfangreiche Kenntnisse erworben werden. Dabei ist eine dreijährige Spezialisierung auf verschiedenen Gebieten der Pharmazie möglich, etwa in klinischer Pharmazie, Allgemeinpharmazie oder pharmazeutischer Analytik. Belohnt wird der Fleiß mit dem Titel »Fachapotheker«. Deutlich kürzer sind hingegen Bereichsweiterbildungen. Diese gibt es unter anderem für Ernährungsberatung, Prävention und Gesundheitsförderung oder onkologische Pharmazie. Nach einer Mindestweiterbildungszeit von einem Jahr berechtigt sie dann zum Führen der Zusatzbezeichnung.

 

Z wie Zeitschriften: Fachzeitschriften wie die Pharmazeutische Zeitung belohnen das bestandene zweite Staatsexamen mit einem kostenlosen Probeabonnement frei Haus. So bleibt man auch nach dem Studium leicht up to date. /

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