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Ebola-Impfstoff überzeugt in Studie

02.01.2017  15:14 Uhr

Von Christina Hohmann-Jeddi / Die experimentelle Ebola-Vakzine rVSV-ZEBOV hat in einer Feldstudie in Guinea und Sierra Leone eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt.

 

Die finalen Ergebnisse der Phase-III-Studie veröffentlichte ein Forscherteam um Dr. Ana Maria Henao-Restrepo von der Impfstoff- Abteilung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun im Fachjournal »The Lancet« (DOI: 10.1016/S0140-6736(16) 32621-6).

Bei rVSV-ZEBOV handelt es sich um eine Lebendvakzine, die auf dem Vesicular Stomatitis Virus (VSV) basiert. Dem Genom dieses replikationsfähigen viralen Vektors wurde das Gen des Ebola-Virus eingefügt, das für das Oberflächen-Glykoprotein kodiert. Gegen dieses Antigen richtet sich dann die Immunantwort der Geimpften. Bei der Phase-III-Studie mit dieser Vakzine wendeten die Forscher eine Ring-Immunisierung an: Allen Kontakten von Patienten mit vor Kurzem nachgewiesener Neuinfektion und deren Kontakten wurde eine Impfung angeboten. Dabei wurden die insgesamt 11 800 Probanden in Cluster eingeteilt und diese auf zwei Gruppen randomisiert: Etwa die Hälfte der Cluster wurde sofort geimpft, die andere Hälfte erhielt eine Impfung nach 21 Tagen.

 

In der sofort geimpften Gruppe traten keine Ebola-Infektionen auf, berichten die Forscher. Dagegen erkrankten in der Gruppe mit verzögerter Vakzinierung insgesamt 23 Probanden an Ebola. Als Erkrankung wurden nur solche Fälle gewertet, bei denen die Symptome mindestens zehn Tage nach der Randomisierung auftraten. Da die Inkubationszeit etwa zehn Tage dauert, konnte somit ausgeschlossen werden, dass Infektionen mitgerechnet wurden, die schon vor der Immunisierung bestanden.

 

Die Vakzine wurde weitestgehend gut vertragen. 53 Prozent der Probanden gaben mindestens eine unerwünschte Wirkung an, die in einem Zeitraum von zwei Wochen nach der Impfung beobachtet wurde. Die unerwünschten Ereignisse waren in der Regel mild und reichten von Kopfschmerzen und Fatigue bis zu Muskelschmerzen. Allerdings traten auch 80 schwere unerwünschte Ereignisse auf, von denen zwei (eine Fieberreaktion und eine Anaphylaxie) eindeutig auf die Vakzinierung zurückgeführt werden konnten.

 

Noch ist die Vakzine nicht zugelassen. Doch die Impfallianz GAVI hat bereits 53 Millionen Euro zur Bevorratung mit dem Impfstoff zur Verfügung gestellt, sobald dieser die Zulassung erhält und von der WHO empfohlen wird. Bis dahin hat sich der Hersteller bereit erklärt, im Notfall 300 000 Dosen liefern zu können. /

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