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V920 heißt jetzt Ervebo

EU-Zulassung für Ebola-Impfstoff

Die EU-Kommission hat erstmals einen Impfstoff gegen Ebola zugelassen: Ervebo® von MSD. Das Medikament wurde seit der Epidemie in Westafrika im Jahr 2014 entwickelt und unter anderem bei Mitarbeitern des Gesundheitswesens schon eingesetzt.
PZ/dpa
12.11.2019
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»So schnell wie möglich einen Impfstoff gegen dieses schreckliche Virus zu finden, hatte für die internationale Gemeinschaft Priorität«, sagte Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis am Montag in Brüssel. Die Marktzulassung sei ein wichtiger Schritt, um Leben in Afrika und in anderen Ländern zu retten. Die EU-Kommission folgt damit der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), die die Vorteile und Risiken der Vakzine von Merck Sharp & Dohme (MSD) untersucht und Mitte Oktober die Zulassung empfohlen hatte.

Nach Angaben von MSD soll der Impfstoff in Deutschland am Produktionsstandort Burgwedel hergestellt werden. Erste Dosen des zugelassenen Impfstoffs sollen im dritten Quartal 2020 verfügbar sein. Bis dahin will MSD weiterhin Dosen des nicht zugelassenen Prüfpräparats V920 zur Verfügung stellen. Bislang seien mehr als 250.000 Dosen für Impfungen anlässlich der aktuellen Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo gespendet worden.

Bei V920  (rVSV-ZEBOV-GP), das nun also im kommenden Jahr unter dem Namen Ervebo offiziell auf den Markt kommen soll, handelt es sich um ein rekombinantes, replikationsfähiges Vesikuläres Stomatitis-Virus (VSV), dem gentechnologisch ein Glykoprotein des Zaire-Ebolavirus eingebaut wurde. Gedacht ist der Impfstoff zum Einsatz bei Ebola-Epidemien entsprechend den Empfehlungen der zuständigen Behörden.

Der Kongo kämpft nach wie vor gegen das Virus, mindestens 2100 Menschen kamen seit dem Frühsommer 2018 ums Leben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte noch im Oktober entschieden, dass Ebola in dem zentralafrikanischen Land eine »gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite« bleibe. Bei der verheerenden Ebola-Epidemie in Westafrika 2014/2015 verloren mehr als 11.000 Menschen ihr Leben. Es war der bislang schlimmste Ausbruch.

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