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Ebola

Weitere Impfung zur Zulassung empfohlen

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA rät dazu, ein neues Impfschema gegen das Ebola-Virus, bestehend aus zwei Präparaten, zuzulassen.
Sven Siebenand
29.05.2020
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Bereits Ende 2019 hat der Impfstoff Ervebo® von MSD die EU-Zulassung erhalten. Er ist indiziert für die aktive Immunisierung gegen das Zaire-Ebola-Virus ab einem Alter von 18 Jahren. Die aktuelle Zulassungsempfehlung des EMA-Gremiums bezieht sich auf die Impfstoffe Zabdeno® und Mvabea® von Janssen-Cilag. Die beiden Präparate befanden sich in einem beschleunigten Zulassungsverfahren der EMA. Schon ab einem Alter von einem Jahr soll mit Zabdeno und Mvabea aktiv gegen das Ebola-Virus immunisiert werden. In fünf Studien mit mehr als insgesamt 3300 Probanden erwies sich die Impfung als wirksam und sicher. Die häufigsten Nebenwirkungen waren unter anderem Reaktionen an der Injektionsstelle, Fatigue, Kopfschmerzen, Übelkeit sowie Muskelschmerzen und Schüttelfrost.

Zunächst wird Zabdeno appliziert und rund acht Wochen später Mvabea als Booster. Nicht geeignet ist dieses Impfschema bei einem akuten Ebola-Ausbruch. Zu überlegen sei in diesem Falle aber, dass Personen, die in dem Gebiet mit einem lokalen Ebola-Geschehen leben oder arbeiten und die das zweistufige Impfschema vor mehr als vier Monaten abgeschlossen haben, nochmal zur Sicherheit eine Boosterung mit Zabdeno erhalten.

Die Ebola-Erkrankung endet häufig tödlich. Während des großen Ebola-Ausbruchs in Westafrika starben zwischen 2014 und 2016 mindestens 11.000 Menschen daran. In der Demokratischen Republik Kongo wird seit circa einem Jahr gegen eine neue Ebola-Epidemie angekämpft. Bislang wird von 3400 Infizierten ausgegangen. Davon starben etwa zwei Drittel der Betroffenen. Bislang gibt es keinen zur Behandlung von Ebola zugelassenen Arzneistoff. Ein guter Bekannter aus der Corona-Krise, Remdesivir, entstammt ursprünglich der Ebola-Forschung.

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