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Ebola-Ausbruch

Impfungen haben begonnen

23.05.2018
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Das Ebola-Virus breitet sich in der Demokratischen Republik Kongo weiter aus und hat mittlerweile auch die Millionenstadt Mbandaka erreicht. Die Regierung des Kongo hat in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Impfungen begonnen, um die Verbreitung des Erregers einzudämmen. Auch experimentelle Wirkstoffe sollen zum Einsatz kommen.

 

In der nordwestlichen kongolesischen Provinz Equateur wurden bislang 46 mögliche, wahrscheinliche und bestätigte Ebola-Erkrankungen gemeldet. 26 Menschen starben an Ebola-ähnlichen Symptomen wie Fieber und Blutungen. 

 

Die meisten Fälle traten in der ländlichen Region Bikoro auf, vier bestätigte Fälle wurden aus der Stadt Mbandaka gemeldet, die die mehr als eine Million Einwohner hat. Mehr als 7500 Dosen des experimentellen Impfstoffs rVSV-ZEBOV wurden bereits in die betroffenen Gebiete geliefert, heißt es in einer Mitteilung der WHO. Die Lebendvakzine enthält als Vektor das Vesicular Stomatitis Virus (VSV), dem das Gen für das Oberflächen-Glykoprotein des Ebola-Virus eingefügt wurde. Der Impfstoff ist noch nicht zugelassen, befindet sich aber in der Überprüfung durch die zuständigen Behörden. Gespendet wurde der Impfstoff vom Herstellerunternehmen Merck, die Impfallianz Gavi stellt zudem 850 000 Euro für die Durchführung der Impfungen bereit.

 

Die Impfung des medizinischen Personals habe schon begonnen, heißt es in der Mitteilung. Ringvakzinierungen seien in Vorbereitung. Bei diesen wird quasi ein Ring von Personen um identifizierte Ebola-Patienten vakziniert. Hierfür müssen möglichst alle Kontaktpersonen der Patienten sowie deren Kontakte rasch gefunden und geimpft werden. Insgesamt sei eine Ringvakzinierungen ein komplexer Prozess, zumal der Impfstoff bei – 60 bis – 80 °C gelagert werden muss, was eine besondere Herausforderung darstellt.

 

Zusätzlich zum Impfstoff könnten auch experimentelle Arzneimittel gegen Ebola bei Patienten zum Einsatz kommen, meldet das Fachjournal »Nature« auf seiner Nachrichtenseite. Die WHO sichte derzeit die vorliegende Evidenz zum Nutzen der Ebola-Medikamente, und die Hilfsorganisation »Ärzte ohne Grenzen« sei mit der ­Regierung der Demokratischen Republik Kongo in entsprechenden Verhandlungen.

 

Infrage kommen neben ZMapp, einem Antikörpermix zur passiven Immunisierung gegen Ebola, auch die beiden antiviralen Substanzen Favipiravir, ein Inhibitor der viralen RNA-abhängigen RNA-Polymerase, und Remdesivir (GS-5734), ein Nucleotid-Analogon. Die Substanzen waren auch schon in dem großen Ausbruch von 2014 bis 2016 angewendet worden. Das kongolesische Gesundheitsministerium müsse dem Einsatz der Medikamente im Rahmen von Studien noch zustimmen. Dieses Mal müsse der Einsatz aber gerechter erfolgen als bei der damaligen Ebola-Epidemie, als vor allem Mitarbeiter der internationalen Hilfsorganisationen behandelt worden waren, heißt es in dem »Nature«-Artikel (DOI: 10.1038/d41586-018-05205-x). /

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