Pharmazeutische Zeitung online

Herausforderungen

03.01.2012  12:40 Uhr

Im Jahr 2011 hatten wir Apotheker alle Hände voll zu tun – in der Offizin, bei anderen pharmazeutischen Tätigkeiten und auch in den Berufsver­tretungen auf Landes- und Bundesebene. Das wird sich 2012 ganz sicher nicht ändern. Wir stehen vor großen Herausforderungen, denn die Arzneimittelversorgung soll auch in Zukunft in den Händen von freiberuflichen Apothekern liegen.

 

An erster Stelle steht das Zukunftsmodell von ABDA und Kassenärzt­licher Bundesvereinigung. Gemeinsam konnten wir die Bundesregierung davon überzeugen, dieses Konzept zur strukturierten Arzneimittelver­sorgung in das Versorgungsstrukturgesetz aufzunehmen. Das ist ein Erfolg. In diesem Jahr werden wir eine Testregion auswählen, den Medikationskatalog aufstellen und die Details für die praktische Zusammenarbeit mit den Ärzten regeln. Dann startet die Testphase.

 

Es sind aber noch eine Reihe anderer Eisen im Feuer: Apothekenbetriebsordnung und Pick-up; über das »auf Kiel gelegte« Arzneimittelrechtsänderungsgesetz sind zahlreiche weitere Gesetzesbaustellen eingerichtet worden, zum Beispiel die Herstellung der Wettbewerbsgleichheit mit dem Versandhandel aus dem Ausland und die gesetzlich zu fixierende Rolle der Apothekerschaft bei der Pharmakovigilanz. Arzneimittelsicherheit und flächendeckende Zuverlässigkeit bei der Versorgung sind mehr als Sprüche.

 

Die »Renovierung« unserer Notdienstsystematik und die Anpassung unserer Vergütung sind dringend überfällig. Unsere Vorschläge sind logisch und angemessen. Gute Arbeit braucht nun einmal faire Honorierung.

 

Zwei Dinge möchte ich allerdings als extrem kontraproduktiv anmerken: Erstens das Verhalten der Großhandlungen, die von Partnerschaft reden und die Konditionen für die Apotheken schon wieder drastisch herunterfahren. Zum Zweiten: Absolut schädlich verhalten sich die Kollegen, die glauben, Konzepte aus Drogeriemärkten in Apotheken integrieren zu können. Wer die Pick-up-Stelle einer Versandapotheke in der eigenen Apotheke installiert, sägt intensiv an seiner und unserer aller Glaubwürdigkeit.

 

Wir stehen in diesem Jahr vor großen Herausforderungen. Lassen Sie uns alle an derselben Seite des Strickes ziehen.

 

Heinz-Günter Wolf

Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände

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