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ARZNEISTOFFE

Rizatriptan|Maxalt®|61|1998

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STOFFGRUPPE
61 Migränemittel
WIRKSTOFF
Rizatriptan
FERTIGARZNEIMITTEL
Maxalt®
HERSTELLER

MSD

MARKTEINFÜHRUNG (D)
10/1998
DARREICHUNGSFORM

5 mg Tabletten

10 mg Tabletten

lingua 5 mg Schmelztabletten

lingua 10 mg Schmelztabletten

Indikationen

Maxalt ist zugelassen zur Behandlung der Kopfschmerzphasen bei Migräneanfällen mit oder ohne Aura bei Erwachsenen.

Wirkmechanismus

Rizatriptan ist ein Serotoninagonist. Seine Wirkung wird über die agonistische Interaktion an den 5-HT1B-Rezeptoren (Vasokonstriktion dilatierter intrakranieller Gefäße) und an den 5-HT1D-Rezeptoren (Hemmung der Ausschüttung vasoaktiver Neuropeptide und Hemmung der zentralen Schmerzleitung in nozizeptiven Strukturen des Hirnstammes) vermittelt.

Anwendungsweise und -hinweise

Die empfohlene Einzeldosis beträgt 10 mg Rizatriptan. Die Tablette sollte als Ganzes mit Flüssigkeit eingenommen werden. Die Wirkung nach peroraler Applikation tritt nach 30 Minuten ein. Bei gleichzeitiger Nahrungsaufnahme verzögert sich die Resorption um etwa eine Stunde. Bei Wiederkehrkopfschmerz kann eine weitere Dosis eingenommen werden. Innerhalb von 24 Stunden sollten jedoch nur maximal zwei Tabletten Rizatriptan eingenommen werden. Patienten, bei denen die Einnahme der ersten Tablette keine Wirkung gezeigt hat, sollten keine weitere Tablette einnehmen.

 

Nur 5 mg Rizatriptan sollten Patienten einnehmen, die mit Propranolol behandelt werden. Die Einnahme der beiden Arzneimittel sollte mit einem Abstand von mindestens zwei Stunden erfolgen. Auch Patienten mit leicht oder mäßig eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion sollten nur 5 mg Rizatriptan erhalten.

Wichtige Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Verabreichung von MAO-Hemmern und die Anwendung von Rizatriptan innerhalb von zwei Wochen nach Absetzen einer Therapie mit MAO-Hemmern sowie die gleichzeitige Verabreichung von Rizatriptan und Ergotamin, Ergotaminderivaten einschließlich Methysergid oder anderen 5-HT1B/1D-Agonisten ist kontraindiziert.

 

Es gab Berichte, in denen bei Patienten nach Einnahme von SSRI oder SNRI und Triptanen Symptome beschrieben wurden, die einem Serotoninsyndrom glichen.

 

In-vitro-Studien zeigten außerdem, dass Rizatriptan CYP2D6 inhibiert. Klinische Daten liegen hierzu jedoch nicht vor. Es sollte jedoch die Möglichkeit einer Wechselwirkung bei Patienten erwogen werden, die bereits mit CYP2D6-Substraten behandelt werden.

Nebenwirkungen

Als häufigste unerwünschte Wirkungen in Studien zu Rizatriptan wurden Schwindel, Schwäche und Müdigkeit angegeben. Darüber hinaus wurden auch Herzklopfen, Tachykardie und Atemnot beobachtet.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Kontraindiziert ist Rizatriptan bei Patienten mit schwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung sowie bei Patienten mit Schlaganfall oder TIA in der Vorgeschichte,  mäßiger oder schwerer Hypertonie und unbehandelter leichter Hypertonie. Auch Patienten mit manifester KHK wie einer ischämischen Herzerkrankung, mit Anzeichen oder Symptomen einer ischämischen Herzerkrankung oder Prinzmetal-Angina oder mit peripheren Gefäßerkrankungen dürfen Rizatriptan nicht erhalten.

 

Kontraindiziert sind außerdem die gleichzeitige Verabreichung von MAO-Hemmern und die Anwendung von Rizatriptan innerhalb von zwei Wochen nach Absetzen einer Therapie mit MAO-Hemmern sowie die gleichzeitige Verabreichung von Rizatriptan und Ergotamin, Ergotaminderivaten einschließlich Methysergid oder anderen 5-HT1B/1D-Agonisten.

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Besonderheiten

Maxalt Tabletten und Schmelztabletten sind bei Temperaturen nicht über 30 °C zu lagern. Die Schmelztabletten sind außerdem in der Originalverpackung aufzubewahren, um das Arzneimittel vor Feuchtigkeit zu schützen.

Maxalt ist verschreibungspflichtig.

Formeln

Rizatriptan

Rizatriptan

Die dreidimensionale Strukturformel können Sie mit einem kostenlosen Zusatzprogramm aus dem Internet, zum Beispiel Cortona von Parallelgraphics, ansehen (externer Link).

rizatriptan.wrl

Weitere Hinweise

Während der Schwangerschaft sollte Maxalt nur angewendet werden, wenn dies eindeutig erforderlich ist. Tierstudien haben gezeigt, dass Rizatriptan in hohem Maße in die Muttermilch übergeht. Während der Stillzeit sollte Maxalt daher nur mit Vorsicht angewendet werden. Die Exposition des Säuglings gegenüber Rizatriptan vermindert sich, wenn nach der Einnahme 24 Stunden lang auf das Stillen verzichtet wird.

Letzte Aktualisierung: 12.03.2018