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ARZNEISTOFFE

Ropinirol|ReQuip®|70|1997

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STOFFGRUPPE
70 Parkinsonmittel und andere Mittel gegen extrapyramidale Störungen
WIRKSTOFF
Ropinirol
FERTIGARZNEIMITTEL
ReQuip®
HERSTELLER

GSK

MARKTEINFÜHRUNG (D)
04/1997
DARREICHUNGSFORM

0,25 mg Filmtabletten

0,5 mg Filmtabletten

1 mg Filmtabletten

2 mg Filmtabletten

5 mg Filmtabletten

Modutab 2 mg Retardtabletten

Modutab 4 mg Retardtabletten

Modutab 8 mg Retardtabletten

Indikationen

Requip ist als Monotherapie zugelassen zur Initialbehandlung des Morbus Parkinson, um den Einsatz von Levodopa hinauszuzögern. Außerdem darf es in Kombination mit Levodopa während des Verlaufs der Erkrankung eingesetzt werden, wenn die Wirksamkeit von Levodopa nachlässt oder unregelmäßig wird und Schwankungen in der therapeutischen Wirkung auftreten («end of dose»- oder «on/off»-Fluktuationen).

Wirkmechanismus

Ropinirol gehört zu den Dopaminagonisten. Es ist dem Dopamin strukturell ähnlich und zählt nicht zu den dopaminerg wirkenden Mutterkorn-Abkömmlingen.

 

Ropinirol soll spezifisch an D2-Rezeptoren binden. Im Gegensatz zu L-Dopa soll es bei längerer Anwendung nur eine geringe Tendenz zur Entwicklung von Dyskinesien zeigen. Als Monotherapeutikum zeigt Ropinirol im Vergleich zu L-Dopa eine geringere Wirksamkeit, gegenüber Bromocriptin allerdings ein höhere Wirksamkeit. Die Wirksamkeit von Ropinirol ist vergleichbar mit der Kombinationstherapie Bromocriptin plus Selegilin. In der Kombination mit L-Dopa verringert Ropinirol erwartungsgemäß die erforderliche Dosis von L-Dopa.

Anwendungsweise und -hinweise

Die Ropinirol-Dosis muss unter Berücksichtigung von Wirksamkeit und Verträglichkeit individuell ermittelt werden. Die Therapie erfolgt einschleichend mit einer Dosis von 0,25 mg Ropinirol.

 

Requip sollte dreimal täglich eingenommen werden. Die Einnahme mit den Mahlzeiten verbessert die gastrointestinale Verträglichkeit.

Wichtige Wechselwirkungen

Neuroleptika und andere zentralwirksame Dopaminantagonisten wie Sulpirid oder Metoclopramid können die Wirksamkeit von Ropinirol herabsetzen. Die gleichzeitige Anwendung sollte daher vermieden werden.

 

Ropinirol wird vorwiegend über CYP1A2 metabolisiert. Bei Patienten, die bereits Ropinirol erhalten, muss möglicherweise die Dosis angepasst werden, wenn sie Arzneistoffe erhalten, die CYP1A2 hemmen. Zu diesen gehören Ciprofloxacin, Enoxacin oder Fluvoxamin. Dies gilt auch, wenn diese Arzneimittel wieder abgesetzt werden.

 

Rauchen induziert hingegen CYP1A2. Bei Patienten, die während der Behandlung mit Ropinirol mit dem Rauchen anfangen oder aufhören, kann ebenfalls eine Dosisanpassung erforderlich sein.

 

Wird eine Hormonsubstitutionstherapie mit Östrogenen während der Behandlung mit Ropinirol abgesetzt oder begonnen, kann abhängig vom Ansprechen auf die Behandlung eine Dosisanpassung von Ropinirol erforderlich sein.

 

Bei Patienten, die Vitamin-K-Antagonisten und Ropinirol erhalten, wurden Fälle von Abweichungen des INR berichtet worden. Dieser sollte daher überwacht werden.

Nebenwirkungen

Wie bei allen Dopaminagonisten ist auch bei Ropinirol mit den typischen unerwünschten Wirkungen zu rechnen. Zu diesen gehören Übelkeit, Herz-Kreislaufstörungen mit orthostatischer Hypotonie, Synkopen und Beinödeme.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Kontraindiziert ist Ropinirol bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) ohne regelmäßige Hämodialyse-Behandlung und bei Patienten mit Leberinsuffizienz.

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Besonderheiten

Requip Filmtabletten und Retardtabletten sind bei Temperaturen nicht über 25 °C zu lagern.

Requip Modutab Retardtabletten sind außerdem vor Licht geschützt (Originalverpackung) aufzubewahren.

Requip ist verschreibungspflichtig.

Formeln

Ropinirol

Ropinirol

Die dreidimensionale Strukturformel können Sie mit einem kostenlosen Zusatzprogramm aus dem Internet, zum Beispiel Cortona von Parallelgraphics, ansehen (externer Link).

Ropinirol.wrl

Weitere Hinweise

Ropinirol sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der mögliche Nutzen für den Patienten überwiegt das potenzielle Risiko für den Fötus. Ropinirol sollte bei stillenden Müttern nicht angewendet werden, da es die Milchbildung hemmen kann.

Letzte Aktualisierung: 13.06.2018