| Kerstin A. Gräfe |
| 08.06.2026 10:30 Uhr |
Erstmals stehe mit Vepdegestrant (Veppanu®) ein PROTAC ante portas. Indiziert ist der Estrogenrezeptor-Degrader bei Patientinnen mit ER-positivem/HER2-negativem (ER+/HER2-) und ESR1-mutiertem Brustkrebs. PROTAC (Proteolysis-Targeting Chimeras) sind orale bifunktionale Wirkstoffe, die intrazellulär den gezielten Abbau von krankheitsrelevanten Proteinen induzieren. Vepdegestrant bindet mit einem Molekülteil an den Estrogenrezeptor (ER) und mit dem anderen an die E3-Ligase. »Die so induzierte räumliche Nähe führt zur Ubiquitinylierung und in der Folge zum gezielten Abbau des ER-Proteins durch das zelluläre Proteasom«, informierte Schubert-Zsilavecz. In der Studie VERITAC-2, die in den USA zur Zulassung geführt hat, zeigte sich eine statistisch signifikante und klinisch relevante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens mit Vepdegestrant gegenüber Fulvestrant.
Abschließend stellte Schubert-Zsilavecz eine Impfung gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs in Aussicht: den mRNA Impfstoff Autogen Cevumeran. Die Vakzine wird in einem hochkomplexen Prozess maßgeschneidert für jeden Tumorpatienten individuell hergestellt. Von den Daten einer Phase-I-Studie zeige sich Schubert-Zsilavecz »hoffnungsvoll und begeistert«. Bei 8 von 16 Patienten habe die maßgeschneiderte mRNA-Immuntherapie positiv gewirkt, während des dreijährigen Nachbeobachtungszeitraumes hätten sechs Patienten kein Rezidiv erlitten. »Vielleicht ist das der Weg der Zukunft, um schwierig zu behandelnden Tumorentitäten am Ende erfolgreich zu begegnen«.