Die neu auf den Markt gekommenen Arzneistoffe stellt PZ-Chefredakteur Sven Siebenand jedes Jahr auch beim Pharmacon Meran vor. Im Anschluss findet die Verleihung des PZ-Innovationspreises statt. / © PZ/Alois Müller
Die moderne Pharmakotherapie entwickelt sich stetig weiter. Personalisierte Therapieansätze sowie mRNA- und Gentherapien tragen dazu bei, Behandlungen individueller auszurichten und die Versorgungsqualität langfristig zu verbessern. Gleichzeitig gewinnt die geschlechtersensible Medizin zunehmend an Bedeutung: Unterschiede zwischen biologischem Geschlecht und soziokulturellen Einflussfaktoren können Krankheitsverläufe sowie Arzneimittelwirkung und -verträglichkeit maßgeblich beeinflussen.
Für die Apotheke vor Ort bedeuten diese Entwicklungen vor allem eines: Die individuelle Beratung rückt noch stärker in den Fokus. Patientinnen und Patienten erwarten differenzierte, auf ihre persönliche Situation zugeschnittene Informationen – auch im Hinblick auf geschlechterspezifische Aspekte.
Wie sich diese Veränderungen in der Praxis widerspiegeln, zeigt der Pharmacon-Kongress der Bundesapothekerkammer in Meran vom 31. Mai bis 5. Juni 2026. Er bietet Apothekerinnen und Apothekern einen kompakten Überblick über aktuelle Trends der Pharmakotherapie. Schwerpunktthemen sind in diesem Jahr gastrointestinale Erkrankungen, Genderpharmazie sowie innovative Therapiekonzepte und Arzneiformen.
So widmet sich Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz in seinem Vortrag wichtigen Therapeutika, die kurz vor der Zulassung stehen. Arzneimittelinnovationen des vergangenen Jahres stellt PZ-Chefredakteur Sven Siebenand vor. Die PZ wird auch im Rahmen des Kongresses ihren Innovationspreis verleihen. Weitere Vorträge beschäftigen sich unter anderem mit RNA-Therapeutika, ATMP, innovativen Arzneiformen und personalisierter Medizin.

© Avoxa
Ort: Meran/Italien
Datum: 31. Mai bis 5. Juni 2026
Themen: gastrointestinale Erkrankungen, Genderpharmazie, innovative Therapiekonzepte und Arzneiformen
Am Dienstag, 2. Juni 2026, bildet die geschlechtersensible Pharmazie den Themenschwerpunkt. Wie unterscheiden sich Männer und Frauen im Hinblick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Erkrankungen oder die Reaktion des Immunsystems? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Pharmakotherapie? Die Professores Dr. Frank Behrens, Dr. Vera Regitz-Zagrosek, Dr. Martina Hahn und Dr. Sibylle C. Roll beleuchten geschlechtsspezifische Unterschiede bei ausgewählten Krankheitsbildern. Warum das Geschlecht grundsätzlich eine bedeutsame Rolle in der Pharmakotherapie spielt, erläutert Dr. Dirk Keiner.
Ergänzt wird das Programm durch das Seminar »Durchblick im Dschungel der Nahrungsergänzungsmittel«, in dem die wichtigsten Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente im Mittelpunkt stehen, ebenso wie die Auswahl geeigneter Produkte für unterschiedliche Zielgruppen, etwa ältere Menschen, Frauen in verschiedenen Lebensphasen, Menschen mit Rheuma oder Vegetarierinnen und Vegetarier. Im Partner-Symposium von Dr. Willmar Schwabe geht es um die evidenzbasierte, ganzheitliche und individuelle Beratung bei Tinnitus. Reflux und Dyspepsie stehen im Fokus des Partner-Symposiums von Aboca.