Pharmazeutische Zeitung online
QT-Zeit-Verlängerung

Apotheker im Norden starten neues AMTS-Projekt

Das Engagement wird entsprechend honoriert: Je Patient bekommen Apotheken für die Arzneimittelanamnese, die EKG-Datenerfassung und die Übermittlung eine Vergütung von 50 Euro. Teilnehmende Apothekerinnen und Apotheker erhalten vorab besonderen Schulungen. Aufgrund der Corona-Lage finden die Schulungen derzeit online statt. Die Teilnahme wird ebenfalls mit 50 Euro honoriert. »Das Interesse ist, trotz der aktuellen Covid-19-Situation, riesengroß«, berichtet Froese auf Anfrage der Pharmazeutischen Zeitung.

»Die Teilnahme lohnt sich dreifach: Einmal das direkte Honorar für die Leistung, die vergüteten Schulungen und die hochwertigen Sensoren sowie der kostenlose Zugang zur AMTS-Plattform MediCheck von Pharma4u«, hebt der LAV-Vorsitzende hervor. »Zweitens gibt es aber auch jede Menge innovatives Image für die Apotheke. Und drittens gehen wir einen ersten Schritt auf hochwertige integrierte pharmazeutische Dienstleistungen zu.«

Der LAV hat ein Tür-Logo entwickelt, das über die Medien bekannt gemacht werden soll. Auch die Sensoren und die Zugangsdaten zusammen mit dem zugrunde liegenden Integrationsvertrag sind über den LAV zu beziehen. Pharma4u stellt zusammen mit der EKG-Datenplattform von Nambaya nicht nur die Schnittstelle zwischen Apotheken vor Ort und Kardiologen her, sondern unterstützt die Apotheker in jeder Hinsicht bei der praktischen AMTS-Arbeit. Die präzise Erfassung der aktuellen Medikation mit dem MediCheck und die zusätzliche bewertende Darstellung in einem einzigen Prozess seien ein unschätzbarer Vorteil, so Froese. Dieser betreffe nicht nur das Projekt, sondern biete auch allgemein bei der Arbeit in Apotheken eine praktische Grundlage zur Stärkung der AMTS.

Erster Schritt Richtung digital gestützter Präzisionspharmazie

»Wir möchten zum einen sowohl bei Patienten als auch bei Ärzten die Aufmerksamkeit für das Risikopotenzial der QT-Zeit-Verlängerung durch spezifische Medikamente fördern und damit Folgeerkrankungen und Therapiekosten durch kardiotoxische Effekte mindern«, so Froese. »Wir erhoffen uns zum anderen durch neue, digital gestützte pharmazeutische Dienstleistungen wie diese ein generell verbessertes Medikationsmanagement. Das funktioniert am besten bei gleichzeitig erweiterter Integration der Apotheken in den Versorgungsprozess.«

Denn bei Erfolg könne das Projekt in eine bundesweite Regelleistung überführt werden. Auch könnten die so geschaffenen und getesteten Infrastrukturen einschließlich der Nutzung hochwertiger digitaler Sensoren für viele andere Indikationen im Bereich Arzneimitteltherapiesicherheit genutzt werden – insbesondere dort, wo mehrere Arzneimittel in Kombination eingenommen werden. »Mit QT-Life wagen wir den ersten Schritt in Richtung digital gestützter Präzisionspharmazie. Das hilft allen und mindert in jeder Beziehung unnötiges Leid«, betonte Froese.

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