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Novelle der Testverordnung
Apotheken können Coronatests für Gesundheitsamt übernehmen

Unterschiedliche Honorare für Ärzte und Apotheker

In der Einbeziehung der Apotheken sieht das BMG eine große Chance. So könnten sie einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Teststrategie der Länder leisten. Aufgrund des dichten Apothekennetzes stehe »ein ortsnaher, niedrigschwelliger Zugang zu PoC-Antigen-Tests zur Verfügung«. Darüber hinaus hofft die Bundesregierung aber auch auf Einsparungen. »Die Einbeziehung von nicht ärztlichen und nicht zahnärztlichen Leistungserbringern führt zu einer Entlastung der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds«, schreibt das Ministerium. Tatsächlich soll die Vergütung der Apotheker mit 5 Euro pro Test weit geringer ausfallen als das in der aktuellen Testverordnung bereits verankerte Honorar der Ärzte in Höhe von 15 Euro. Dieses sollen die Mediziner allerdings sowohl für Antigen- als auch für PCR-Tests bekommen, die eine aufwendigere Abwicklung erfordern. Eine genaue Erklärung der unterschiedlichen Honorare liefert der Entwurf der neuen Testverordnung allerdings nicht. Eine Anfrage der PZ beim Bundesministerium für Gesundheit blieb bislang unbeantwortet. Neben der Vergütung der reinen Leistung sieht die aktuelle Verordnung eine Erstattung der Beschaffungskosten in Höhe von maximal 9 Euro pro Test vor.

Darüber hinaus soll die geänderte Verordnung künftig auch Tests in Einrichtungen wie der Wohnungslosenhilfe regeln. Zudem sollen etwa ambulanten Hospizdiensten und in der Eingliederungshilfe tätigen Anbietern künftig monatlich mehr Antigentests zur Verfügung stehen. In Kraft treten soll die Verordnung am 16. Januar und damit bereits in wenigen Tagen.

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