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Herz- und Nierenerkrankungen
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Apotheken in die Früherkennung einbinden

20 Apotheken in Schleswig-Holstein beteiligen sich derzeit an der APOSCREEN-1-Studie zur Früherkennung von Herz-, Stoffwechsel- und Nierenerkrankungen. 1000 Menschen sollen sich dort testen lassen. Die PZ sprach mit einer teilnehmenden Apotheke und der Studienleitung.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 21.08.2026  16:20 Uhr

Welche Werte werden erfasst?

Die Geräte hat das UKSH bereitgestellt, die teilnehmenden Apothekenteams wurden vorher geschult. Das Screening umfasst ein kurzes Gespräch, eine Blutdruckmessung sowie eine Kapillarblutentnahme und Urintests. Bestimmt werden dabei der HbA1c, die Blutfettwerte und Albumin im Urin.

Stehen Kundentoiletten zur Verfügung, kann der Urintest direkt in der Apotheke durchgeführt werden, sonst bekommen die Teilnehmenden einen entsprechenden Stick mit nach Hause und sollen das Ergebnis fotografieren. Die Wahlmöglichkeit ist bewusst eingeplant. »Wir wollen ein Konzept erarbeiten, das in allen Apotheken umsetzbar wäre, auch ohne Kundentoilette«, sagt von Samson-Himmelstjerna. »Der Albumin-Wert im Urin ist ein starker Risikomarker, nicht nur für Nierenerkrankungen, sondern auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.« Auch die Blutdruckmessung führt ein Teil der Probanden zu Hause mit Leihgeräten der Apotheke durch.

Was passiert bei einem auffälligen Befund?

Finden alle Tests in der Apotheke statt, gibt es direkt im Anschluss ein kurzes Feedback für die Teilnehmenden. »Wird zu Hause gemessen, bitten wir die Teilnehmenden anschließend noch einmal in die Apotheke, besprechen die Ergebnisse kurz mit ihnen und pflegen die Daten ein«, erklärt Lund. Für die Teilnehmenden gibt es eine eigens entwickelte App, für die Apotheken ein Online-Portal. Alle Daten werden medizinisch am UKSH bewertet. Der oder die Teilnehmende bekommt seine Ergebnisse, bei einem auffälligen Befund gibt es auch einen Brief für den behandelnden Arzt.

Wenn das Screening ein Problem aufdeckt, werden die Betroffenen aufgefordert, auffällige Werte noch einmal überprüfen und gegebenenfalls weitere Tests durchführen zu lassen, entweder direkt am Studienzentrum am UKSH in Kiel oder in der Hausarztpraxis. Auch hier wurde bewusst eine Wahlmöglichkeit geschaffen, um den Patienten eine wohnortnahe Versorgung zu ermöglichen. Beim Bestätigungstest werden zusätzlich zu den Screeningparametern noch der Entzündungsmarker CRP und Lipoprotein(a) bestimmt sowie ein Test mit einem Urin-Stick durchgeführt.

Das Feedback der Kunden sei bislang durchweg positiv, freut sich Lund. »Viele finden es gut, dass wir das jetzt anbieten.« Das Projekt sei eine gute Gelegenheit, um zu beweisen, dass Apotheken viel mehr können – auch ein professionelles, wissenschaftlich validiertes Screening anbieten. Die umliegenden Arztpraxen wurden vorher informiert, was getestet wird, sodass sie vorbereitet sind, falls Patienten mit auffälligen Werten kommen. Lund betont, man wolle die Arztpraxen entlasten und ihnen nicht mehr Arbeit bescheren.

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