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Tag der Apotheke
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Apotheken im Zentrum der Primärversorgung

Das Gesundheitssystem steht unter großem Druck: Der demografische Wandel und ein damit immens steigender Versorgungs- und Beratungsbedarf erfordern Reformen, um das System bezahlbar zu halten. Die Apotheken werden deshalb künftig mehr in die Primärversorgung eingebunden sein. Dazu gab die ABDA heute einen Überblick.
AutorKontaktEv Tebroke
Datum 03.06.2026  13:05 Uhr

Apotheke als Ergänzung zur digitalen Ersteinschätzung

So könnten sie in bestimmten Situationen erste Anlaufstelle nach digitaler Ersteinschätzung sein. Auch sollten Videosprechstunden und assistierte Telemedizin aus der Apotheke heraus aufgebaut werden. Im SGB V ist demnach vorgesehen (§129 (5h) Satz 2 Nr. 1-3), dass Apotheken Maßnahmen der

assistierten Telemedizin anbieten können. Telemedizinische Sprechstunden sollten perspektivisch durch Apotheken unterstützt werden, um Patientinnen und Patienten einen besseren Zugang zu ermöglichen. 

Auch im Bereich Gesundheitsförderung soll die Expertise der Apotheken besser zum Einsatz kommen. Dabei geht es etwa um Aufklärung zu Gesundheitsthemen sowie weitere Angebote zur Präventions- und Früherkennung oder um Hilfestellungen bei der Nutzung der elektronische Patientenakte (ePA) oder digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA).

Entlastung ärztlicher Akut- und Notfallsprechstunden

Ein weiterer Punkt auf dem Positionspapier betrifft neue Leistungen zur Entlastung ärztlicher Akut- und Notfallsprechstunden. Hier nennt die ABDA etwa die pharmazeutische Betreuung der Patienten nach der Krankenhausentlassung. »Apotheken können für Risikopatientinnen und -patienten nach Entlassung eine strukturierte ambulante Anschlussbetreuung anbieten. Diese umfasst kurzfristig (etwa innerhalb von 48 bis 72 Stunden) die Übernahme der Entlassmedikation in den eMP/BMP, den Abgleich mit der Vormedikation, eine Prüfung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) sowie eine gezielte Beratung zur neuen oder angepassten Medikation inklusive Follow-up. So lassen sich Wiedereinweisungen reduzieren, die Patientensicherheit erhöhen und das Gesundheitssystem wirksam entlasten«, heißt es im Papier.

Darüber hinaus könnten Apotheken OTC-Kinderarzneimittel im Apothekennotdienst abgeben und dann direkt mit den Kassen abrechnen. Bislang müssen Eltern zur Kostenübernahme einen Notdienst oder eine Arztpraxis aufsuchen, nur um dafür eine Verordnung zu erhalten. »Dies verursache erhebliche Kosten und Aufwände ohne erkennbaren Zusatznutzen. Hier sollten praxistaugliche Wege geschaffen werden, wie eine direkte Kostenübernahme der GKV möglich ist«, so die ABDA.

Als weitere Punkte sind genannt: definierte Ausweitung von Selbstbehandlungsmöglichkeiten mit apothekerlicher Unterstützung; Point-of-Care-Testungen (bei viralem Verlauf direkte Versorgung mit OTC-Arzneimitteln; bei Verdacht auf bakterielle Infektion Weiterleitung an den Arzt).  

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