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UKE-Studie

Antikörper gegen SARS-CoV-2 gute Option bei Risikopatienten

Neue  Ergebnisse gibt es auch zum Rekonvaleszenten-Plasma, also der Antikörpertherapie mit Blutplasma von genesenen Covid-19-Patienten. Zu ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit gibt es bereits verschiedene Studien. »Die Gesamtbetrachtung der bisher verfügbaren Ergebnisse zeigt, dass der hochdosierte Einsatz von Rekonvaleszenten-Plasma bei sehr früher Gabe wirksam sein kann, um bei vulnerablen Personen mit hohem Risiko die Entwicklung eines schweren Covid-19-Verlaufes zu verhindern«, teilt heute die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) mit. Entscheidend sei dabei, dass das verwendete Plasma eine sehr hohe Konzentration neutralisierender Antikörper enthält.

Neu sind Daten aus der prospektiven, kontrollierten und randomisierten CAPSID-Studie, die der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen koordiniert.  Die Ergebnisse wurden jetzt im »Journal of Clinical Investigation« veröffentlicht und sollen kommende Woche im Rahmen der DGTI-Jahrestagung vorgestellt werden. »In der CAPSID-Studie haben wir gesehen, dass das Standard-Rekonvaleszentenplasma bei Patientinnen und Patienten mit einem fortgeschrittenen Verlauf, also bei denjenigen, die bereits hospitalisiert sind und Atemunterstützung benötigen, nicht mehr wirksam ist«, so erläutert Professor Dr. Hubert Schrezenmeier, Erster Vorsitzender der DGTI.

Dennoch gebe es Signale für einen möglichen Nutzen von Rekonvaleszenten-Plasma auch bei Patienten mit schweren Verläufen, sofern durch das Plasma hohe Mengen neutralisierender Antikörper verabreicht werden. Patienten, die kumulativ eine höhere Menge solcher Antikörper erhalten hatten, zeigten schneller eine klinische Besserung. Im Schnitt konnten sie nach 21 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen werden, im Gegensatz dazu waren es in der Kontrollgruppe 51 Tage. Die Überlebenswahrscheinlichkeit lag 60 Tage nach der Behandlung bei 91,6 Prozent versus 68,1 Prozent.

»Wir sehen in den Studienergebnissen, dass es bei der Behandlung mit Rekonvaleszentenplasma sehr stark auf die Konzentration der Antikörper im Plasma ankommt«, so Schrezenmeiers Fazit. Mittlerweile ließen sich Spender gezielter aussuchen, um ausreichend hoch dosiertes Plasma zu gewinnen.

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