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Fokuspapier
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Ärzteschaft warnt vor Deepfakes und Fake News

Die Bundesärztekammer macht in einem Fokuspapier auf das immer häufigere Aufkommen von KI-generierten Fälschungen und Falschinformationen im Internet aufmerksam. Die Plattformen müssten dafür sorgen, dass ihre Angebote nicht zur Verbreitung gefährlicher Gesundheitsdesinformation beitragen.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 29.10.2026  17:30 Uhr

Mit einer neuen Handreichung will die Bundesärztekammer (BÄK) auf falsche und gezielt verbreitete Informationen (Fake News) und sogenannte Deepfakes im medizinischen Bereich aufmerksam machen. 

Täuschend echt wirkende Inhalte mit irreführenden Gesundheitsinformationen in sozialen Medien und ihre algorithmisch verstärkte Verbreitung würden die medizinische Kommunikation vor neue Herausforderungen stellen, so die BÄK. Deepfakes als KI-generierte oder manipulierte Bild-, Ton- und Videoinhalte seien eine besonders problematische Form. »Solche Inhalte können die Patientensicherheit gefährden, die Reputation von Ärztinnen und Ärzten schädigen und das Vertrauen in die medizinische Kommunikation untergraben«, erklärte die BÄK weiter.

Wenn falsche Gesundheitsinformationen realitätsnah aufbereitet und millionenfach verbreitet werden, könne dies konkrete Folgen für Patientinnen und Patienten haben. »Ärztinnen und Ärzte müssen solche Inhalte erkennen und ihnen fundiert begegnen können. Zugleich dürfen wir die Verantwortung nicht allein den Betroffenen überlassen: Auch die Plattformbetreibenden müssen dafür sorgen, dass ihre Angebote nicht zur Verbreitung gefährlicher Gesundheitsdesinformation beitragen«, betonte Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer.

Neue technische Verfahren zur Erkennung falscher Inhalte

Mit dem nun veröffentlichten Fokuspapier ergänzt die Bundesärztekammer ihre Handreichung für die sozialen Medien und zeigt auf, wie Ärztinnen und Ärzte der Verbreitung falscher Gesundheitsinformationen vorbeugen, verdächtige Inhalte erkennen und darauf reagieren können. »Das Papier empfiehlt Ärztinnen und Ärzten, die eigene Qualifikation transparent darzustellen, Quellen kritisch zu prüfen und verdächtige Inhalte zu dokumentieren beziehungsweise bei den Plattformen zu melden«, erklärte die BÄK.

»Ärztinnen und Ärzte sollten mögliche Hinweise auf manipulierte Inhalte kennen, zugleich aber berücksichtigen, dass Deepfakes zunehmend schwer zu erkennen sind«, ergänzte Peter Bobbert, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer und Präsident der Ärztekammer Berlin.

»Das Fokuspapier unterstreicht außerdem die Bedeutung der Medien- und Gesundheitskompetenz. Ärztinnen und Ärzte können Patientinnen und Patienten dabei unterstützen, digitale Gesundheitsinformationen kritisch zu prüfen und evidenzbasierte Angebote zu nutzen. Dazu gehört auch, Fragen und Sorgen ernst zu nehmen und fragwürdige Inhalte im persönlichen Gespräch empathisch und nachvollziehbar einzuordnen«, unterstrich Erik Bodendieck, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer und Präsident der Sächsischen Landesärztekammer. Bobbert und Bodendieck sitzen dem BÄK-Ausschuss »Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung« vor.

Neue technische Verfahren zur Kennzeichnung verlässlicher Gesundheitsinformationen und zur automatischen Erkennung irreführender Inhalte könnten dazu beitragen, Fake News schneller zu identifizieren. Entscheidend bleibe, die Medien- und Gesundheitskompetenz zu stärken und Ärztinnen und Ärzte im Umgang mit manipulierten Inhalten zu unterstützen.

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