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Studie mit COPD-Patienten
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Zwei von drei Inhalatoren falsch verwendet

Eine aktuelle Studie aus der Schweiz zeigt erneut, wie wichtig es ist, Patienten regemäßig zu ihren Inhalatoren zu schulen. Zwei von drei Inhalatoren wurden hier von hospitalisierten COPD-Patienten falsch verwendet.
AutorKontaktCarolin Lang
Datum 21.08.2024  18:00 Uhr
Patientenspezifische Merkmale berücksichtigen

Patientenspezifische Merkmale berücksichtigen

Die Inhalationstechnik wurde als »nicht vermittelbar« klassifiziert, wenn trotz dreimaliger Schulung weiterhin kritische Fehler auftraten. Dies war bei 5,6 Prozent der Inhalatoren der Fall. Als ursächliche Faktoren wurden etwa kognitive oder feinmotorische Schwierigkeiten, mangelnde Koordination zwischen der Aktivierung des Inhalators und Inspiration sowie die Unfähigkeit, den Atem ausreichend anzuhalten, identifiziert. Dies unterstreiche, »wie wichtig es ist, bei der Auswahl eines Inhalators patientenspezifische Merkmale zu berücksichtigen und die Inhalationstechnik regelmäßig zu überprüfen, da sich diese Merkmale im Laufe der Zeit ändern können«, betont die Arbeitsgruppe.

Paradoxerweise ergab eine Subgruppenanalyse, dass nicht wegen einer COPD-Exazerbation oder eines Atemproblems hospitalisiert worden zu sein, mit einer höheren Prävalenz der suboptimalen Inhalator-Verwendung einherging. Die Autorinnen und Autoren vermuten, dass die entsprechenden Patientinnen und Patienten in der Notaufnahme oder in der frühen Phase ihres Krankenhausaufenthalts mehr Unterstützung mit ihren Inhalatoren erhielten.

Inhalatoren-Schulung als pharmazeutische Dienstleistung

»Aufklärung ist der Schlüssel zur Verbesserung der Wirksamkeit von Inhalativa«, kommentiert Dr. Valerie G. Press, Assistenzprofessorin für Medizin an der Universität von Chicago, in einer Mitteilung  der COPD-Foundation. Sowohl Ärzte als auch  die Patienten selbst seien sich der fehlerhaften Anwendung häufig nicht bewusst. »Es bedarf zusätzlicher Schulungen zur Inhalationstechnik, um sicherzustellen, dass die Patienten das Device richtig anwenden, insbesondere wenn mehrere Inhalativa verordnet sind. Zusätzliche Aufklärung, unterstützt durch die notwendigen Ressourcen, würde dazu beitragen, dass die Patienten eine optimale Behandlung erhalten und nachteilige gesundheitliche Folgen vermieden werden.«

Genau hier setzt die pharmazeutische Dienstleistung »Erweiterte Einweisung in die korrekte Arzneimittelanwendung mit Üben der Inhalationstechnik« an. Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände wetet derzeit eine Stichprobe von Checklisten zur Inhalativa-Schulung aus. Die PZ wird über die Ergebnisse berichten.

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