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Baden-Württemberg

Zuschuss für PCR-Tests in Apotheken

Insgesamt 750.000 Euro will Baden-Württemberg Apotheken im Südwesten für die Anschaffung von PoC-NAT-Testgeräten zur Verfügung stellen. Damit soll ein anteiliger Zuschuss für 500 Geräte geleistet werden, um die niedrigschwelligen Testkapazitäten auszubauen. Der Landesapothekerverband übernimmt das Antragsverfahren.
Charlotte Kurz
08.02.2022  17:02 Uhr

Viele Apotheken bieten mittlerweile PCR-Tests direkt in der Offizin an, vom Abstrich bis zur Analyse. Diese sogenannten Point of Care-PCR-Tests oder auch PoC-NAT-Tests liefern innerhalb weniger Minuten bis wenige Stunden ein Testergebnis, benötigen aber ein mehrere Tausend Euro teures Testgerät plus Testkits. Wer die Tests etwa als Bestätigungsdiagnostik anbieten und sie nach der Coronavirus-Testverordnung abrechnen will, erhält derzeit 30 Euro je Test plus 8 Euro je Abstrich. Das ist laut ABDA jedoch für die Apotheken deutlich zu wenig, um die Kosten, insbesondere die Anschaffungskosten der teuren Testgeräte, zu decken. Allerdings ist eine baldige Erhöhung der Vergütung sowie eine Anpassung der Teststrategie geplant.

Weil die Geräte so teuer sind und sich für Apotheken in der Anschaffung bislang kaum lohnen, bietet Niedersachsen bereits einen finanziellen Anreiz, um die Apotheker in der Anschaffung eines solchen Geräts zu unterstützen. Bis zu 3000 Euro pro Apotheke will das Land dafür bereitstellen. Einen ähnlichen Plan verfolgt nun auch Baden-Württemberg. Um die PCR-Testkapazitäten im Südwesten Deutschlands auszubauen, will die Landesregierung den Apotheken für die Anschaffung dieser Geräte rund 750.000 Euro zur Verfügung stellen, informierte das Gesundheitsministerium am Dienstag. Damit sollen 500 Geräte angeschafft werden können. Den Apotheken stehen somit pro Gerät ein anteiliger Zuschuss von 1500 Euro zur Verfügung. Damit soll die Neubeschaffung der Geräte unterstützt werden. Geräte, die bereits im Einsatz sind, sollen damit nicht gefördert werden können. Einer entsprechenden Vorlage des Sozial- und Gesundheitsministeriums stimmte der Ministerrat am Dienstag zu.

»Mit der Finanzierung der PoC-PCR-Geräte bauen wir unsere Testkapazitäten weiter aus«, sagte Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Stuttgart. »Apotheken bieten einen niedrigschwelligen Zugang vor Ort und schaffen dadurch beispielsweise auch Freitestmöglichkeiten für medizinisches Personal, wie es die Nationale Teststrategie vorsieht. Die PCR-Testung ist außerdem nach wie vor die Grundlage für die Ausstellung eines Genesenen-Zertifikats.«

Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV) begrüßte diesen Schritt: »Wir halten PCR-Testungen nach wie vor für besonders wichtig. Angesichts dessen, dass die Labore an ihre Kapazitätsgrenzen kommen, ist es sinnvoll, die Apotheken in dieses Testgeschehen stärker einzubinden. Die Entscheidung des Landes, dieses Vorhaben finanziell zu fördern, erleichtert dabei die Beschaffung der nicht ganz preiswerten Geräte«, sagte die Verbandspräsidentin Tatjana Zambo. Im Interview mit der PZ hatte sie vergangene Woche eine Vergütung von 50 Euro je PoC-NAT-Test gefordert. Die Testvergütung soll erhöht werden, eine entsprechende Aktualisierung der Coronavirus-Testverordnung soll in den nächsten Tagen erfolgen.

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