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Nicht opioide Analgetika

Zu viel ist schädlich

Diffuser Dauerschmerz

MOH sei meist ein diffuser, dumpf-drückender oder auch pulsierender Dauerkopfschmerz, der bereits morgens beim Erwachen da sei und über den ganzen Tag anhalte. Ohne die Anwendung von Analgetika empfänden die Patienten den Schmerz als unerträglich. Bei körperlicher Belastung nähmen die Beschwerden zu – ähnlich wie Migräne. Vegetative Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen seien bei MOH aber seltener und geringer ausgeprägt als bei Migräne. Manche Patienten litten zusätzlich zu MOH noch unter Migräneattacken. »Das macht es dann sehr komplex«, sagte Schulz.

Wie Patienten mit MOH therapiert werden sollten, beschreibt eine eigene S1-Leitlinie, die 2018 erschien. Demnach steht an erster Stelle die gezielte Schulung und Beratung, an zweiter Stelle die medikamentöse Prophylaxe mit Topiramat, Botulinumtoxin oder Amitriptylin und an dritter Stelle die Medikamentenpause.

In der geplanten S3-Leitlinie zu Medikamenten-bezogenen Störungen wird empfohlen, vor Verordnung beziehungsweise Abgabe in der Apotheke den bisherigen Gebrauch von Schmerzmitteln zu erfragen und auf die Risiken eines Übergebrauchs hinzuweisen. »Bei Verdacht auf Fehlgebrauch beziehungsweise schädlichen Gebrauch im Rahmen der Selbstmedikation soll eine ärztliche Beratung angeraten werden«, so Schulz.

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