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Supplemente

Zink und Vitamin C helfen nicht bei Covid-19

Der Verlauf einer Covid-19-Erkrankung lässt sich durch die Supplementierung mit hoch dosiertem Zink und Vitamin C (Ascorbinsäure) nicht positiv beeinflussen. Das zeigt jetzt eine kontrollierte Studie.
Theo Dingermann
05.03.2021  08:10 Uhr

Zinkgluconat und Ascorbinsäure sind frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel, die im Rahmen einer Selbstmedikation auch zur Behandlung von Viruserkrankungen, darunter auch Covid-19, eingenommen werden. Zink soll die Fähigkeit der polymorphkernigen Zellen zur Infektionsbekämpfung erhöhen und Ascorbinsäure ist ein Antioxidans, das eine Rolle bei der Immunantwort spielen kann. Die Evidenz für den Nutzen einer Substitution mit diesen Supplementen fehlt meist. Im Fall von Covid-19 wurde diese Lücke nun geschlossen – allerdings mit negativem Resultat.

In einer Arbeit, die kürzlich im Fachjournal »JAMA« erschien, beschreiben Suma Thomas und Kollegen zweier Cleveland-Kliniken in Cleveland, Ohio, und Weston, Florida, die Ergebnisse einer offenen, kontrollierten und randomisierten klinischen Studie, in der genau dieser Frage nachgegangen wurde. Eingeschlossen waren 214 erwachsene Patienten, die positiv auf eine SARS-CoV-2-Infektion getestet waren. Das mittleren Alter betrug 45,2 Jahren und 132 (61,7 Prozent) der Studienteilnehmer waren Frauen. Die Studie lief vom 27. April bis zum 14. Oktober 2020.

Die Probanden wurden im Verhältnis 1:1:1:1 randomisiert. In den einzelnen Gruppen erhielten die Patienten zehn Tage lang täglich entweder 50 mg Zinkgluconat, 8000 mg Ascorbinsäure, beide Wirkstoffe oder eine Standardbehandlung.

Als primärer Endpunkt war die Anzahl der Tage definiert, die benötigt wurden, um eine 50-prozentige Reduktion der Symptome zu erreichen. Hierzu zählten Fieber, Husten, Kurzatmigkeit und Müdigkeit, deren Schwere jeweils einzeln auf einer Vier-Punkte-Skala bewertet wurde. Zu den sekundären Endpunkten gehörten die Tage bis zum Erreichen eines Gesamtschweregrads der Symptome von 0. Zudem zählten zu den sekundären Endpunkten der kumulative Schweregrad an Tag 5, die Krankenhausaufenthalte, die Todesfälle, die zusätzlich verordneten Medikamente und die unerwünschten Wirkungen der Studienmedikation.

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