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Covid-19-Briefmarken

Zeitzeugen im Kleinformat

Rund um den Globus beeinflusste die Coronavirus-Krise praktisch alle Lebensbereiche. Auch Briefmarken aus dem Jahr 2020 erzählen von dem einschneidenden Ereignis, wie eine Untersuchung aus Frankreich zeigt.
Jennifer Evans
10.05.2021  09:30 Uhr

Briefmarken haben von jeher große Ereignisse der Weltgeschichte dokumentiert. Wie Massenmedien nutzen sie dabei oft ihre alltägliche Präsenz, um über Postsendungen die öffentliche Aufmerksamkeit auf soziale Themen zu lenken. Ganz neu sei es daher nicht, dass auch Infektionskrankheiten auf den Postwertzeichen auftauchten, schreibt das Autorenteam um Bertrand Lefrère von der Universität von Paris. So dienten die kleinen Abbildungen schon dem dänischen Postbeamten Einar Holbøll im Jahr 1904 dazu, Geld für Tuberkulose zu sammeln, indem er einen Aufpreis für die Weihnachtspost einführte.

Zwar hat die kulturelle Bedeutung von Briefmarken im E-Mail-Zeitalter etwas nachgelassen. Doch die kleinen Bilder bleiben nach wie vor für staatliche oder auch nicht staatliche Organisationen weit über die Landesgrenzen hinaus ein Weg zu kommunizieren oder Spenden einzutreiben. Die Coronavirus-Krise ist da keine Ausnahme, wie die französischen Wissenschaftler mit ihrer weltweiten Analyse zu Covid-19-Briefmarken zeigen, die kürzlich in der Fachzeitschrift »JAMA« (DOI:10.1001/jama.2021.2139) erschienenen ist.

Erste Marken aus Iran und China

Anhand einer Online-Liste nationaler Postdienstleister haben sie dabei diverse philatelistische Abteilungen kontaktiert und so eine Kollektion von Briefmarken zusammengestellt, die im Jahr 2020 herausgegeben wurden und die Covid-19-Pandemie thematisieren. Dabei sind insgesamt 62 Briefmarken aus 21 Ländern zusammengekommen, die zum Teil in Serien erschienen. Auch die Vereinten Nationen als nicht nationale Organisation haben im vergangenen Jahr eine Reihe mit sechs Corona-Marken gedruckt. In die Untersuchung sind demnach nur offizielle Briefmarken eingeflossen, deren Echtheit entweder nationale Postämter bestätigten oder solche, die private Organisationen rechtlich genehmigten.

Die erste Corona-Briefmarke gab der Iran am 17. März 2020 heraus, kurz nach dem ersten Lockdown. China folgte dann am 11. Mai. Alle übrigen 65 Wertmarken kamen im Dezember 2020 auf den Markt. Das war den Forschern zufolge immer noch eine vergleichsweise schnelle Umsetzung eines Motivs. Zum Vergleich: »Die erste Briefmarke, die Bezug zu Aids hatte, erschien erst einige Jahre, nachdem das HI-Virus entdeckt worden war«, berichten sie.

Viele der kleinen Marken der Coronavirus-Krise sind nur für kurze Zeit im Umlauf. Und einige ergänzen Zuschläge, um Geld für Hilfsorganisationen zu sammeln. 

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