| Barbara Döring |
| 17.07.2026 13:00 Uhr |
Die Politik habe folgerichtig Maßnahmen wie Impfangebote, mehr pharmazeutische Dienstleistungen, neue Testmöglichkeiten und insgesamt mehr Verantwortung, etwa bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, in die Reform aufgenommen, betonte Zambo. Apotheker in Baden-Württemberg, dem Land der Tüftler, Entwickler und Unternehmerinnen, wüssten, was Innovationen bedeuten. Gerade in den vergangenen Jahren hätten sie gezeigt, wie innovationsfähig sie sind. Die Umsetzung der Digitalisierung und des E-Rezepts mit all seinen Widrigkeiten, das Management von Lieferengpässen, der Aufbau von Impfangeboten und PDL seien dafür Beispiele.
Die erweiterten Leistungen, die die Apothekenreform mit sich bringt, bedeuten weitere Veränderungen. »Zusätzliche Qualifikationen, neue Prozesse und mehr Verantwortung sollten nicht als Belastung gesehen, sondern als Chance für den Berufsstand begriffen werden«, riet Zambo. Die aktuellen Reformen seien eine Einladung, den Apothekerberuf weiterzudenken.
Die Frage sei nicht, welche Aufgaben Apotheken zusätzlich übernehmen könnten, sondern welche Versorgung die Menschen in zehn oder 20 Jahren brauchen. Jede heilberufliche Kompetenz sei wichtig: von Ärzten und anderen Therapieberufen über Pflegekräfte bis zur öffentlichen Apotheke. Wichtig sei, dass Kompetenzen nicht gegeneinander stehen, sondern miteinander gestalten. Es gehe nicht darum, Heilberufe zu ersetzen, sondern das Gesundheitssystem insgesamt besser zu machen. Die Herausforderungen seien viel zu groß, um Energie in Revierkämpfe zu investieren, ist Zambo überzeugt.
In der Apothekenreform sieht die Präsidentin eine Neuausrichtung. Apotheken würden künftig nicht mehr vor allem über Arzneimittel definiert, sondern über ihre Kompetenzen. Alle Leistungen müssten mit Qualität, wissenschaftlicher Evidenz, Professionalität und Freude gestaltet werden. Jede neue Aufgabe sei eine Chance, den Menschen den Wert pharmazeutischer Kompetenz zu vermitteln und Vertrauen aufzubauen.
Zambo wünscht sich, dass Apotheken künftig noch stärker als Gestalter und Mitentwickler eines modernen Gesundheitssystems wahrgenommen werden. Um gehört zu werden, spiele die Geschlossenheit der Apothekerschaft eine wichtige Rolle. Dass Apotheker mit einer Stimme gesprochen und sich gemeinsam engagiert hätten, war laut Zambo entscheidend, dass die Politik die wirtschaftliche Lage der Apotheken nicht länger ignorieren konnte. »Diese Geschlossenheit wird auch bei den nächsten Reformschritten entscheidend sein«, betonte die Präsidentin.
Die gesellschaftliche Bedeutung des Berufs des Apothekers und der Apothekerin sei größer denn je. Die politische Botschaft: Wer Versorgung sichern will, muss Apotheken stärken, auch in Zukunft. Die Apothekerschaft werde ihren Weg mit Mut, Zuversicht und Geschlossenheit gehen.