| Johanna Hauser |
| 14.07.2026 12:30 Uhr |
Eine gezielte Lidrandpflege kann helfen, Gersten- und Hagelkörnern vorzubeugen. / © Getty Images/Photo travelling people sports
Ein Gerstenkorn (Hordeolum) wird durch eine bakterielle Infektion verursacht, ist oft schmerzhaft und kann – ähnlich einem Pickel – eitern. Es klingt meist nach wenigen Tagen von allein ab. Die Entzündung kann aber auch so ausgeprägt sein, dass der Augenarzt eine antibiotische Salbe verordnet.
Ein Hagelkorn (Chalazion) entsteht meist durch einen Sekretstau in einer Talgdrüse am Augenlid, der Meibomdrüse. Es entwickelt sich langsamer als ein Gerstenkorn, kapselt sich ein, eitert nicht und schmerzt weniger, erklärt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) in einer Pressemitteilung. Antibiotika würden nur bei akuter Entzündung eingesetzt.
Das Abheilen könne in beiden Fällen mit desinfizierenden und entzündungshemmenden Salben unterstützt werden.
Die DOG empfiehlt, die geschlossenen Lider zuerst für fünf bis zehn Minuten mit einer warmen Kompresse zu behandeln, um anschließend Lid und Lidrand sanft mit Wattepad und Wattestäbchen zu reinigen.
Kompressen mit schwarzem Tee hätten sich hier bewährt, heißt es weiter. Dazu werde ein Lappen mit abgekühltem, lauwarmem Schwarztee getränkt und auf das Auge gelegt. Alternativ gebe es in Apotheken fertige Tücher mit Schwarztee-Extrakt oder Teebaumöl. Heilt ein Hagelkorn nicht ab, kann es durch einen kleinen chirurgischen Eingriff entfernt werden.
Menschen mit Hauterkrankungen wie Rosazea, Neurodermitis und seborrhoischem Ekzem seien häufiger von Lidrandentzündungen betroffen, so die DOG. Ebenso Patienten mit Diabetes, Allergien oder einem geschwächten Immunsystem. Auch hormonelle Veränderungen – wie in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren – könnten Hagelkörner begünstigen.
Zur Vorbeugung empfehlen Augenärzte tägliche Lidkantenpflege, gute Hygiene sowie das Vermeiden von Rauchen, Stress, Schlafmangel und Augenreiben.
In seltenen Fällen könnten hartnäckige Lidveränderungen auf einen Tumor hinweisen. Warnzeichen seien etwa Wimpernverlust, eine sich vergrößernde Schwellung, nicht heilende oder blutende Wunden sowie Veränderungen der Lidkante. In solchen Fällen sollte man zeitnah einen Augenarzt aufsuchen.