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Baden-Württemberg
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Viele ungerechtfertigte Retaxationen abgewendet

Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg konnte im vergangenen Jahr fast eine Million Euro an Retaxationen zurückfordern. 62 Prozent der geprüften Retaxationen waren nach Verbandsangaben ungerechtfertigt.
AutorKontaktPZ
Datum 16.07.2026  13:30 Uhr
Viele ungerechtfertigte Retaxationen abgewendet

Im Rahmen der Mitgliederversammlung des LAV Baden-Württemberg wurde die Bilanz der Abteilung Taxation für das Jahr 2025 vorgestellt. Das geht aus einer Pressemitteilung des Verbands hervor. Dabei zeigte sich, dass die Zahl der Retaxationen und der geprüften Rezepte einen neuen Höchststand erreichte – vor allem aufgrund der zahlreichen strittigen Retaxationen im Bereich Rezepturen seit der Kündigung der Hilfstaxe im Jahr 2024.

Analog hierzu stieg demnach auch der Gesamtwert der Retaxationen deutlich gegenüber dem Vorjahr an. Erst durch das Urteil des Bundessozialgerichtes im November 2025 war laut dem LAV die Taxation von Rezepturen eindeutig zugunsten der Apothekerschaft geklärt worden. Die Bearbeitung der entsprechenden Retaxationsfälle dauere bis heute an.

»Für 2025 hat sich abseits der Rezepturabrechnungsfälle bestätigt, was sich seit 2024 abzeichnet: Durch die Regelungen des ALBVVG sind die Retaxationsbeträge deutlich gesunken«, fasste LAV-Geschäftsführer Frank Dambacher die Entwicklung zusammen. »Gleichzeitig setzte sich der Trend fort, dass einzelne Kassen auch bei wirklich geringen Beträgen spitzfindig und oft genug kleinlich den umfangreichen Retaxationsprozess auf Biegen und Brechen durchlaufen. Dies geschieht zum Beispiel nach wie vor bei angeblich zu Unrecht abgerechneten Lieferengpass-Pauschalen im Wert von 0,60 Euro brutto.« Ein solches Vorgehen verursache am Ende auch bei den Kassen Aufwand und Kosten und sei alles andere als effizient.

Fast eine Million zurückgefordert

Für die Abteilung Taxation des LAV bedeutet diese Entwicklung nach eigener Aussage einen erheblichen Mehraufwand. Durch den Einsatz der LAV-Expertinnen habe man im Jahr 2025 insgesamt 982.023 Euro (Vorjahr knapp über 620.000 Euro) für die LAV-Mitglieder als zu Unrecht vorgenommene Retaxationen zurückfordern können. Die Bilanz zeige damit erneut, wie wichtig diese Serviceleistung des Verbandes für die Mitglieder sei.

Die Zahlen im Einzelnen: Vom Gesamtwert der 2025 im LAV geprüften Retaxationen in Höhe von 1.581.788 Euro (Vorjahr 980.402 Euro) konnten im Einspruchsverfahren über 62 Prozent (Vorjahr über 63 Prozent) für die baden-württembergischen Apotheken zurückgeholt werden. Das entspricht einem Wert von insgesamt 982.023 Euro (Vorjahr 621.683 Euro). Damit zeigte sich, dass der Großteil des geprüften Retaxationswertes ungerechtfertigt war: Knapp zwei Drittel des Gesamtwertes der geprüften Retaxationen waren unberechtigt oder konnten durch weitere Nachweise nachträglich geheilt werden und gingen damit nicht zulasten der Apotheker.

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