Obwohl ganz viele Gefühle unangenehm sind, kann man dem Psychologen zufolge bewusst beschließen, sie zunächst nicht zu bewerten, sondern sie nur wahrzunehmen und in sie hineinzufühlen. »Wir stehen vor dieser körperlichen Empfindung am besten wie vor einem Kunstwerk, das wir einfach beschreiben und nicht bewerten.« Man könne sie sich auch wie das Wetter am Himmel vorstellen. »Wir sind der Himmel und bleiben bestehen. Das Wetter zieht vorbei und kommt in Wellen. Und das sind die Gefühle.«
Wer sich seiner Emotionen bewusst ist, wirke kompetenter, hebt er hervor. Das stärke nicht nur die Beziehung zu uns selbst, sondern auch zu unserem Gegenüber. Klaschinski: »Wenn ich jemand bin, der keine Traurigkeit bei mir zulassen kann und sie dann irgendwann auch nicht mehr wahrnehme, kann ich nicht erkennen, wenn meine Partnerin traurig nach Hause kommt und ja eigentlich mal in den Arm genommen werden will.«