Erst einmal gilt: keine Panik! Werte wie GFR und Kreatinin können auch bei kurzfristigem Flüssigkeitsmangel, Infekten oder durch die Einnahme von Schmerzmitteln zeitweise erhöht sein. In Absprache mit dem Arzt kann es sinnvoll sein, sie durch Wiederholungstests zu überprüfen.
Was man nicht tun sollte: ganz nach dem Motto »Wird schon wieder weggehen« das Problem ignorieren. Früh erkannt lässt sich nämlich ein Fortschreiten von chronischen Nierenerkrankungen mittlerweile oft gut aufhalten oder verlangsamen: »In den letzten zehn Jahren hat es unglaublich viel Fortschritt bei der Behandlung von Nierenkrankheiten gegeben«, sagt Julia Weinmann-Menke.
Wer Diabetes hat, sollte darauf achten, dass der Blutzucker stabil eingestellt ist. Und tanzt der Blutdruck aus der Reihe, sollte er behandelt werden, damit die Nieren durch die hohen Werte keinen Schaden nehmen.
Ansonsten: »Viel Bewegung – mindestens 150 Minuten pro Woche, wobei auch ein strammer Spaziergang dazuzählt, ausgewogene und nicht zu salzreiche Ernährung«, rät Krüger. Wer frisch kocht, anstatt Fertigprodukte zu essen, und mit frischen Kräutern würzt, macht schon einmal viel richtig.
Ebenfalls wichtig: ausreichend trinken. Die allgemeine Empfehlung lautet: Trinken nach Durstgefühl. Wer eine konkrete Zahl sehen will: »Rund 1,5 Liter Flüssigkeitszufuhr sollten es ungefähr sein«, so Krüger.
Menschen, die zu Nierensteinen neigen, profitieren davon, sogar noch etwas mehr zu trinken. Das verdünnt den Urin, wodurch es Ablagerungen schwerer haben. Bei anderen Nierenerkrankungen ist hingegen wichtig, die Flüssigkeitszufuhr zu begrenzen. Wer sich unsicher ist, bespricht die Trinkmenge mit Arzt oder Ärztin.
Bei fortschreitender Erkrankung kommt es zu Ansammlungen von Flüssigkeit und Giftstoffen im Körper. Symptome dafür sind unter anderem Luftnot, Übelkeit, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Wassereinlagerungen. Und: Der Körper produziert keinen Urin mehr. Solche Beschwerden sollten rasch abgeklärt werden.
Wenn die Nieren versagen, braucht man eine regelmäßige »Blutwäsche«. In schweren Fällen wird eine Dialyse notwendig. »Rund 100.000 Menschen sind in Deutschland auf eine Dialyse angewiesen«, so Krüger. Manchmal ist auch eine Transplantation der einzige Ausweg.
So weit kommt es im besten Falle nicht. Wer gut auf seine Nieren aufpasst, erspart sich im besten Fall weitere Diagnosen: »Einer der stärksten Risikofaktoren für Schlaganfall und Herzinfarkt sind chronische Nierenerkrankungen«, sagt der Nephrologe. Ein Grund mehr, sich um die Nieren zu kümmern und die Vorsorge ernst zu nehmen.