Sinnvoll ist Braun zufolge, im Zuge der Diagnostik auch Eisen-, Vitamin-D- und Selenspiegel checken zu lassen - und bei einem Mangel jeweils nachzusteuern. »Eine Schilddrüsenunterfunktion kann den Eisenstoffwechsel verlangsamen, sodass weniger Eisen aufgenommen wird. Das kann natürlich das Symptom Müdigkeit noch verstärken«, sagt Braun. Und: »Gerade Hashimoto-Patientinnen und -Patienten haben oft einen Vitamin-D-Mangel. Wird der ausgeglichen, wirkt das Schilddrüsenhormon besser.«
Mit dem Rauchen aufhören, sich um guten Schlaf und um ein gutes Stressmanagement kümmern: Lebensstil-Veränderungen wie diese lohnen sich immer - auch, um gut mit einer Schilddrüsenunterfunktion zu leben.
»In einer Schilddrüsenunterfunktion verringert sich der Grundumsatz. Heißt: Der Körper verbraucht im Ruhezustand weniger Kalorien - daher kommt die Gewichtszunahme«, erklärt Fendrich. Plus: Weil eine Unterfunktion auch Müdigkeit und Erschöpfung als Symptome im Gepäck haben kann, bewegen sich Betroffene oft weniger.
So vermehren sich die Kilos. Und Betroffene, die die Diagnose Schilddrüsenunterfunktion bekommen, haben die Sorge, dass sie die nie wieder loswerden. Es gibt eine gute Nachricht: »Wenn die Schilddrüsenwerte durch L-Thyroxin wieder normal eingestellt sind, klappt es mit der Gewichtsabnahme wie bei jedem anderen Menschen auch«, sagt Fendrich. L-Thyroxin ersetzt dabei die Hormone, die die Schilddrüse selbst nicht produzieren kann.
Voraussetzung, damit es mit der Gewichtsabnahme klappt: eine ausgewogene und kalorienreduzierte Ernährung als Basis - ergänzt um regelmäßige Bewegung, um den Kalorienverbrauch etwas nach oben zu schrauben.
Übrigens: »Wenn Betroffene zwei Tage ihre L-Thyroxin-Tabletten morgens nicht einnehmen, nehmen sie nicht direkt zu«, kann Volker Fendrich Entwarnung geben.
Der Mediziner erlebt immer wieder, dass Patientinnen und Patienten auf die Idee kommen, auf eigene Faust eine besonders hohe L-Thyroxin-Dosis einzunehmen. Ihre Hoffnung: den Stoffwechsel dadurch kräftig ankurbeln und den Kalorienverbrauch erhöhen.
Das kann allerdings in einer Schilddrüsenüberfunktion enden. »Man nimmt dann zwar ab, aber man kauft sich erhebliche Probleme wie Herzrhythmusstörungen ein. Das ist überhaupt nicht anzuraten - im Gegenteil«, warnt der Facharzt.