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Immunologische Grundlagen
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Wie der Körper ­Infekte abwehrt

Jeder Mensch ist ständig von Viren und Bakterien umgeben, ohne immer wieder krank zu werden. Wie wird das Immunsystem mit den unterschiedlichen Pathogenen fertig, und wie kann es sein, dass der eine jeden Schnupfen mitnimmt, während andere die Wintermonate ohne jegliche Erkältung überstehen?
AutorKontaktIlse Zündorf
AutorKontaktRobert Fürst
Datum 26.01.2020  08:00 Uhr

Ausbreitung einer Infektion

Ist ein Mensch infiziert, kann er über die genannten Wege weitere Personen anstecken. Je nachdem wie schnell sich die Pathogene vermehren und wieder weitergegeben werden können und wie schlecht sich der infizierte Mensch fühlt, können mehr oder weniger Sekundärfälle induziert werden.

Basisreproduktionszahl R0: Diese ist ein Maß für die Weitergabe einer Infektionskrankheit und gibt an, wie viele Personen im Mittel von einem infektiösen Individuum angesteckt werden (Tabelle 2).

Krankheit R0
Masern 12 bis 18
Pertussis 12 bis 17
Diphtherie 6 bis 7
Pocken, Polio, Röteln 5 bis 7
Mumps 4 bis 7
HIV/Aids 2 bis 5
Influenza 2 bis 3
Tabelle 2: Basisreproduktionszahl einiger Infektionskrankheiten

Auch hier sind die Masern mit 12 bis 18 weiteren Ansteckungsfällen pro Erkranktem ganz vorne mit dabei. Das kommt auch daher, dass das typische Exanthem bei Masern erst etwa zwei Wochen nach der Exposition auftritt, die Viren aber bereits drei bis fünf Tage vor den sichtbaren Zeichen weitergegeben werden können. Dagegen können Menschen mit Windpocken nur einen bis zwei Tage vor Auftreten der Bläschen andere Personen in ihrer Umgebung anstecken. Bei diesen Zahlen verwundert es also nicht, dass es sehr schnell zu einer Masern-Epidemie kommt, das heißt einem zeitlich und örtlich gehäuften Auftreten dieser Infektionskrankheit (Kasten).

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