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Lopinavir/Ritonavir gegen Covid-19

WHO stoppt Studie 

Schwer kranke Corona-Patienten werden im Rahmen einer von der Weltgesundheitsorganisation WHO koordinierten Studie ab sofort nicht mehr mit der HIV-Kombination Lopinavir/Ritonavir (Kaletra®) behandelt.  Grund seien keine Sicherheitsbedenken, sondern vielmehr eine fehlende Wirksamkeit. 
PZ/dpa
06.07.2020  13:28 Uhr

Die fixe Kombination aus den HIV-Medikamenten Lopinavir und Ritonavir gehörte zu den Therapieoptionen gegen Covid-19, auf denen große Hoffnungen ruhten. Bereits Anfang Mai wurde allerdings im Fachmagazin »New England Journal of Medicine« eine erste Studie zur Wirksamkeit publiziert, deren Ergebnisse ernüchternd waren. So konnte bei hospitalisierten Patienten mit schwerer Covid-19-Erkrankung kein signifikanter Vorteil von Lopinavir/Ritonavir im Vergleich zu einer Standardbehandlung beobachtet werden. Zudem traten in der Lopinavir/Ritonavir-Gruppe vermehrt gastrointestinale Beschwerden auf. 

Der Studienarm, in dem schwer kranke Covid-19-Patienten mit Kaletra behandelt werden, werde mit sofortiger Wirkung unterbrochen, so die WHO in einer Pressemitteilung.  Gleiches gelte für den Studienarm mit dem Malaria-Mittel Hydroxychloroquin. Ausschlaggebend seien keine Sicherheitsbedenken, betonte eine WHO-Sprecherin. Vielmehr habe sich gezeigt, dass die Mittel bei den Patienten praktisch keinen Einfluss auf den Verlauf der Krankheit hatten. Es gehe ausschließlich um die Tests bei schwer kranken Patienten, die wegen der durch das Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden, betonte die WHO. Andere mögliche Untersuchgen dieser Wirkstoffe wie zur Verbeugung gegen eine Erkrankung seien nicht betroffen.

In der SOLIDARITY-Studie werden Testergebnisse bei rund 5500 Patienten in 39 Ländern verglichen. Getestet wird, ob bereits vorhandene Mittel den Verlauf der Covid-19-Erkrankung positiv beeinflussen können. Untersuchungen mit weiteren Mitteln gehen weiter, etwa mit dem ursprünglich gegen die Viruserkrankung Ebola entwickelten Mittel Remdesivir und dem Entzündungshemmer Dexamethason. Remdesivir hatte in einer anderen Studie den schweren Krankheitsverlauf abgemildert und die Krankheitsphase verkürzt. Es wurde gerade als erstes Medikament gegen Covid-19 in der EU zugelassen.

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