| Alexander Müller |
| 23.06.2026 15:55 Uhr |
Alexandra Bishop, Geschäftsführerin AstraZeneca Deutschland, betonte die Bedeutung innovativer Arzneimittel für die medizinische Versorgung. Die Fokussierung auf Kosten sei falsch: Deutschland verliere die globale Wettbewerbsfähigkeit.
Patrick van der Loo, Geschäftsführer von Pfizer Deutschland, ergänzte, dass die Reform zu sehr auf kurzfristige Einsparungen fokussiere, statt Strukturreformen anzugehen. Die AMNOG-Weiterentwicklung in der zweiten Jahreshälfte und der Pharmadialog seien jetzt wichtige Weichenstellungen.
Andreas Storm, Vorstand der DAK-Gesundheit, machte eine andere Front gegen das GKV-Spargesetz auf. Vor allem die Versicherten würden mit dem Vorschlag der Regierung stark belastet, während gleichzeitig der Bundeshaushalt mit GKV-Mitteln saniert werde. Sein dringender Rat: Da jetzt sogar ein noch größeres Defizit drohe, müsse Warken nachbessern.
Dabei dürften nicht die Einsparmöglichkeiten im Leistungsbereich nach oben geschraubt werden, stattdessen müsse der Bundeszuschuss angepasst werden und die versicherungsfremden Leistungen vom Bund übernommen werden.
Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, findet es klug, auf die Ausgabenseite zu gucken. Der Staat nehme aber die Beitragszahler in die Pflicht. »Wir brauchen jetzt dringend die Strukturreform.«
Daran arbeitet jetzt die Finanzkommission Gesundheit jetzt. Die Mitglieder Vogt und Sundmacher dürfen zwar wegen der Verschwiegenheitspflicht nicht über konkrete Ideen sprechen, skizierten aber die grundlegende Aufgabe so: Eine gezielte Patientensteuerung sei das Ziel einer Strukturreform, so Sundmacher.
Neumeyer findet nicht, dass man derzeit so weit nach vorne gucken kann. Denn den Krankenhäusern stehe mit minus 6 Prozent Umsatzrendite im Durchschnitt das Wasser nicht nur bis zum Hals, sondern bis unter die Augen.
Gassen ist bekanntermaßen eher Fan eines Primärarztsystems, wurde aber konkret zur Delegation von Aufgaben befragt. »Es ist doch alles geregelt: Es machen doch jetzt die Apotheken«, so sein etwas zynischer Kommentar.
Das Thema Steuerung funktioniere nicht, wenn es die Patienten nicht einbeziehe. Wenn der Behandlungsbedarf zentral eingeschätzt werde, müsse das auch verbindlich sein. »Politik ist nicht willens, diesen Schritt zu gehen«, so Gassen. Die Menschen würden sich aber daran gewöhnen müssen, dass das Leistungsangebot begrenzt sei.