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Rekordhitze erwartet
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Wer besonders gefährdet ist

Der Sommer bricht sich Bahn. Doch die kommenden heißen Tage bringen auch Gefahren mit sich – besonders für bestimmte Gruppen. Was macht Hitze so gefährlich?
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 18.06.2026  14:00 Uhr

Wie gefährlich ist Hitze?

Hitze wird oft als »stiller Killer« bezeichnet – auch, weil sie selten direkt als Todesursache in die Statistiken eingeht. Stattdessen modellieren Institutionen wie das Robert Koch-Institut (RKI) oder das Umweltbundesamt die sogenannte Übersterblichkeit: Das heißt, sie erfassen, wie viele Menschen im konkreten Zeitraum einer Hitzeperiode gestorben sind und inwieweit dies die Todeszahlen in einem ähnlichen Zeitraum ohne Hitze übersteigt. So schätzt das RKI, dass im vergangenen Jahr rund 2500 Menschen hitzebedingt gestorben sind. In heißeren Sommern als 2025 lag diese Zahl schon um ein Vielfaches höher.

Rapp betont, dass ältere und gebrechliche Menschen hier den größten Anteil ausmachen: »Die beobachtete Übersterblichkeit in der Bevölkerung bei Hitzewellen ist fast ausschließlich auf diese Personengruppe zurückzuführen.«

Wie sterben Betroffene?

Dr. Veronika Huber vom Institut des Spanischen Nationalen Forschungsrats in Sevilla weist darauf hin, dass nur ein kleiner Teil dieser Toten auf nachgewiesene Hitzschläge zurückgeführt wird. Die häufigsten, in Statistiken festgehaltenen hitzebedingten Todesursachen seien Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen.

Doch die Todesfälle sind nur die Spitze des Eisbergs: Etliche Leiden verschlechtern sich bei Hitze, oder ihr Risiko steigt. Dazu gehört etwa ein höheres Risiko für Schlaganfälle und Migräne sowie eine Verschlechterung der Symptome bei Multipler Sklerose, Epilepsie und Demenz, wie die Neurologin Dr. Ameli Breuer von der Berliner Charité erklärt.

Hitze belastet die Psyche

Ganz spurlos gehen die Auswirkungen an den wenigsten Menschen vorbei. Dr. Sebastian Karl vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit Mannheim betont: »Wahrscheinlich hat jeder schon mal am eigenen Leib erlebt, wie sich Hitze auf die psychische Gesundheit auswirken kann: Wir können uns schlechter konzentrieren, schlafen schlechter oder werden reizbarer oder sogar aggressiv.« Man könne Hitze als zusätzlichen Stressfaktor begreifen, mit dem unser Gehirn umgehen müsse. Auch steige das Risiko für psychische Erkrankungen.

Als besonders belastend gelten tropische Nächte – also Nächte, bei denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt. Auch dies kann die psychische Verfassung oder auch die Leistungsfähigkeit am folgenden Tag beeinträchtigen. Dr. Hans Knoblauch von der Psychiatrie am Universitätsklinikum Ulm ergänzt: »Bei Hitze reagieren Menschen potenziell schneller gereizt, was sich unter anderem in einer Zunahme von häuslicher Gewalt, Fouls beim Sport und aggressiverem Fahrverhalten im Verkehr niederschlagen kann.« Das könnte auch bei der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft der Herren in den USA eine Rolle spielen: Die erwartete Hitzebelastung an den Spielorten des Turniers gilt Forschern zufolge als außergewöhnlich hoch.

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