| Christina Hohmann-Jeddi |
| 09.07.2026 14:30 Uhr |
In Deutschland wurden in der letzten Juniwoche Rekordtemperaturen gemessen. Besonders problematisch ist Hitze oft für Bewohner von Großstädten. / © Getty Images/Rafael Dols
Hitze ist eine Belastung für den Körper und kann die Mortalität erhöhen. Aus diesem Grund gibt das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin in den Sommermonaten Juni bis September einen »Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität« heraus. Der aktuelle Report umfasst die Zeitspanne mit den Rekordtemperaturen im Juni. Demnach kostete die Hitzeperiode ab Mitte Juni nach RKI-Schätzungen rund 5100 Menschen das Leben. Die Zahl der Hitzetoten übertrifft demnach schon zur Jahresmitte die Werte ganzer Vorjahre: 2023 bis 2025 waren es im Schnitt 2900 hitzebedingte Todesfälle pro Jahr.
Allein in der Woche mit den besonders heißen Tagen vom 22. bis 28. Juni starben 4310 Personen hitzebedingt, wie aus dem aktuellen Bericht für die Kalenderwoche 26 hervorgeht. Hitze führe aber nur in wenigen Fällen, zum Beispiel beim Hitzschlag, direkt zum Tod; in den meisten Fällen sei die Kombination aus Hitzeexposition und bereits bestehenden Vorerkrankungen die Todesursache, schreibt das RKI. Daher werde Hitze auf dem Totenschein normalerweise nicht als die zugrunde liegende Todesursache angegeben. Stattdessen schätzt das Institut das Ausmaß hitzebedingter Sterbefälle mithilfe von statistischen Methoden ab.
Von den Todesfällen betroffen waren vor allem Ältere. Bis zum 28. Juni starben demnach geschätzt etwa 2950 Menschen im Alter von 85 Jahren oder mehr hitzebedingt. Bei den 75- bis 84-Jährigen waren es 1320 Menschen, bei den 65- bis 74-Jährigen geschätzt 550 Menschen und bei denen unter 65 Jahren etwa 300.
Gegenüber dpa wies die Deutsche Stiftung Patientenschutz auf die teils hohen Temperaturen in Pflegeheimen und Krankenhäusern hin. Medizinisch-pflegerische Einrichtungen seien häufig nicht für den Klimawandel gewappnet, sagte Eugen Brysch, Vorstand der Stiftung. »Schon an einfachsten Maßnahmen wie Außenbeschattungen mangelt es. Hitzeschutzpläne enden dort, wo der Patientenschutz Geld kostet, und die Umsetzung dauert.« Er forderte ein Hitzestopp-Investitionsprogramm aus Bundesmitteln in Höhe von 30 Milliarden Euro für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen.
Problematisch gelten Wochenmitteltemperaturen ab 20 °C. In der Kalenderwoche 26 lag die mittlere Temperatur deutlich darüber, nämlich bei 26,4 °C. Den Daten des Deutschen Wetterdiensts (DWD) zufolge war der Juni 2026 mit im Mittel 19,5 °C der zweitwärmste seit Messbeginn. Der Monat wies auch mehrere Rekorde auf: So war die Nacht vom 27. auf den 28. Juni die wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Zudem wurden in der Hitzewelle auch mehrfach Temperaturen über 41 °C registriert.
Insgesamt macht Hitze einen eher kleinen Anteil an allen Todesursachen aus. Zum Vergleich: In Deutschland sterben im Schnitt knapp eine Million Menschen pro Jahr. Starke Hitzejahre haben laut Schätzungen des RKI für rund 10.000 hitzebedingte Sterbefälle gesorgt.