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Altersbedingte Makuladegeneration

Weniger Injektionen mit Brolucizumab

Vorsicht bei Glaukompatienten

Wie unter anderen VEGF-Inhibitoren kann unter Brolucizumab innerhalb von 30 Minuten nach der intravitrealen Injektion eine vorübergehende Zunahme des intraokularen Drucks auftreten. Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit einem schlecht eingestellten Glaukom geboten. Sowohl der intraokulare Druck als auch die Perfusion des Sehnervenkopfes müssen kontrolliert und bei Bedarf behandelt werden.

Brolucizumab wirkt möglicherweise immunogen. Patienten sollten angewiesen werden, ihren Arzt zu informieren, wenn sie Symptome wie Augenschmerzen oder zunehmende Beschwerden am Auge, Verschlechterung einer bestehenden Augenrötung, Verschwommensehen oder vermindertes Sehvermögen, eine zunehmende Zahl kleiner Partikel in ihrem Sichtfeld oder eine erhöhte Lichtsensibilität entwickeln.

Vorsicht geboten ist zu Beginn einer Brolucizumab-Therapie bei Patienten mit Risikofaktoren für die Entwicklung von retinalen Pigmentepitheleinrissen. Dazu zählen zum Beispiel großflächige und / oder starke Abhebungen des retinalen Pigmentepithels. Bei Patienten mit rissbedingter Netzhautablösung oder Makulaforamen (»Makulaloch«) der Grade 3 oder 4 sollte die Behandlung abgebrochen werden. Brolucizumab sollte nicht gleichzeitig mit anderen VEGF-Hemmern verabreicht werden (systemisch oder okular).

Systemische Nebenwirkungen möglich

Nach intravitrealer Injektion von VEGF-Inhibitoren wurden systemische Nebenwirkungen gemeldet, die theoretisch im Zusammenhang mit der VEGF-Inhibition stehen können. In der Fachinformation von Beovu wird darauf hingewiesen, dass nur begrenzte Daten zur Sicherheit bei der Behandlung von AMD-Patienten vorliegen, die in ihrer Vorgeschichte einen Schlaganfall, vorübergehende ischämische Attacken oder einen Herzinfarkt innerhalb der vergangenen drei Monate aufweisen. Bei der Behandlung dieser Patienten sollte man daher Vorsicht walten lassen.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Brolucizumab sowie nach Behandlungsende noch für mindestens einen Monat nach der letzten Dosis eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Während der Schwangerschaft darf der Angiogenese-Hemmer nicht angewendet werden, es sei denn, der erwartete Nutzen überwiegt die potenziellen Risiken für den Fötus. Zudem wird dazu geraten, während der Behandlung mit Brolucizumab und bei Behandlungsende mindestens einen Monat nach der letzten Dosis nicht zu stillen.

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