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Infektionen

Weiterer Ebola-Ausbruch im Kongo

Während die Demokratische Republik Kongo einen Ebola-Ausbruch fast besiegt hat und außerdem mit einer großen Masernepidemie und dem Coronavirus fertig werden muss, kommt nun ein neuer Ebola-Ausbruch im Nordwesten des Landes hinzu. Das meldete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag.
Christina Hohmann-Jeddi
05.06.2020  09:40 Uhr

Der Ausbruch in Mbandaka in der Provinz Equateur umfasst nach bisherigen Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums sechs Infizierte, von denen vier gestorben sind. Vermutlich würden noch weitere Infektionen bei den jetzt angelaufenen Surveillance-Maßnahmen entdeckt, heißt es vonseiten der WHO. »Das ist eine Mahnung, dass Covid-19 nicht die einzige Gesundheitsbedrohung ist, der Menschen sich derzeit gegenübersehen«, sagte WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Dies ist bereits der elfte Ebola-Ausbruch in dem Land seit der Entdeckung des Erregers dort im Jahr 1976. Die jetzt betroffene Stadt Mbandaka und ihre Umgebung hatten schon in Mai bis Juli 2018 einen Ausbruch zu verzeichnen. Noch nicht beendet ist zudem die bislang zehnte Epidemie in dem

zentralafrikanischen Land, die Anfang August 2018 erklärt worden war. Insgesamt sind seitdem in diesem Ausbruch laut WHO-Angaben mehr als 2200 Menschen gestorben. Der Ausbruch in Nord- und Süd-Kivu war besonders schwer in den Griff zu bekommen, weil in der Gegend etliche Milizen kämpfen. Zudem herrscht in der Bevölkerung Misstrauen gegenüber den Ebola-Helfern. Nun befindet sich der Ausbruch aber laut WHO in seiner letzten Phase: Mitte Mai begann ein 42-tägiger Countdown, um ihn als offiziell beendet erklären zu können.

Neben dem neuen Ebola-Ausbruch hat das Land auch mit der weltgrößten Masernepidemie und der Coronapandemie zu kämpfen. Von Ende 2018 bis April 2020 traten im Kongo etwa 360.000 Masern-Erkrankungen auf, etwa 6700 Menschen sind daran gestorben. Covid-19-Fälle wurden bislang knapp 3500 gemeldet. »Der neue Ebola-Ausbruch kommt zu einem schwierigen Zeitpunkt«, sagt Dr. Matshidiso Moeti, Direktor der WHO-Region Afrika. Aber die WHO habe in den vergangenen zwei Jahren eng mit den Gesundheitsbehörden des Landes zusammengearbeitet, um die Kapazitäten dort zu stärken. Schon jetzt befänden sich WHO-Mitarbeiter in Mbandaka, um die Ausbruchsbekämpfung zu unterstützen.

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