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WHO-Chef zu Ebola
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»Es wird erst noch schlimmer werden, bevor es besser wird«

Mehr als 200 Tote, zahlreiche Verdachtsfälle: Die WHO sieht die Ebola-Epidemie noch nicht unter Kontrolle. Warum der Kampf gegen das Virus eine besondere Herausforderung bleibt.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 26.05.2026  12:00 Uhr
»Es wird erst noch schlimmer werden, bevor es besser wird«

Der Ebola-Ausbruch in Afrika dürfte sich nach Angaben des Chefs der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, weiter zuspitzen, bevor er unter Kontrolle gebracht wird. »Wir stehen vor einem äußerst ernsten und schwierigen Ausbruch», sagte er am Montag nach WHO-Angaben bei einem virtuellen Austausch mit Gesundheitsministern aus Afrika. »Es wird erst noch schlimmer werden, bevor es besser wird.«

Man tue alles, um Ausrüstung in die betroffene Region zu bringen und die Eindämmungsmaßnahmen voranzubringen. Dazu gehört etwa, das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen und Kontaktpersonen von möglicherweise Infizierten zu isolieren. »Doch derzeit ist die Epidemie uns noch einen Schritt voraus«, sagte er. Er werde persönlich am Dienstag in die Demokratische Republik Kongo reisen, kündigte Tedros in Genf an. Die dortige Regierung hat bereits mehr als 100 Fälle durch Labortests bestätigt, zehn davon bei inzwischen Verstorbenen. Zudem nennt sie mehr als 900 Verdachtsfälle. Mehr als 200 Kranke sind nach diesen Angaben verstorben. Unsicherheit, Abgeschiedenheit der Region und schwache Infrastruktur machen den Einsatz schwierig.

Seltener Bundibugyo-Typ des Ebolavirus

Der Ebola-Ausbruch begann laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC im Kongo in der nordöstlichen Provinz Ituri, die an Uganda und den Südsudan grenzt. Es handelt sich um den insgesamt 17. registrierten Ebola-Ausbruch im Kongo seit 1976. Der Ausbruch des seltenen Bundibugyo-Typs des Ebolavirus, gegen den es weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt, macht die Lage besonders schwierig.

Der Ausbruch hat möglicherweise früher begonnen als bisher angenommen. Drei freiwillige Rotkreuz-Helfer hätten sich wahrscheinlich schon am 27. März infiziert, als sie mit Toten in der Provinz Ituri in der Demokratischen Republik Kongo in Kontakt kamen, teilte die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) in Genf mit. Sie seien in einer anderen humanitären Angelegenheit im Einsatz gewesen, bevor bekannt wurde, dass das Ebolavirus grassiert. Sie starben den Angaben zufolge am 5., 15. und 16. Mai.

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