| Lukas Brockfeld |
| 05.11.2026 16:00 Uhr |
Das BMG beschäftigt sich auch mit der internationalen Politik. China habe in der Entwicklung moderner Arzneimittel massiv zugelegt. Müller verglich dies mit dem »China-Schock« der deutschen Autoindustrie. »Das ist ein Grund zur Sorge. Innovation war bisher ein Geschäftsmodell von Europa. Da ist ein neuer Konkurrent ein Risiko«, warnte der Abteilungsleiter. Man müsse sich darauf einstellen, dass Europa an Bedeutung verliert. Für die Patientinnen und Patienten seien die neuen chinesischen Medikamente aber auch ein Gewinn.
Zur amerikanischen Pharmapolitik sagte Müller, dass man zurzeit sehr aktiv im Dialog mit den USA sei. »Aktuell kann man aber noch nicht sagen, wo die Gespräche am Ende hinführen. Gerade mit den aktuellen Wahlergebnissen ist vieles unsicher«, so der Abteilungsleiter. Den von amerikanischer Seite vorgebrachten Vorwurf, dass die amerikanischen Bürger einen unverhältnismäßigen Anteil an der Entwicklung von Innovationen zahlen, teilte Müller nicht: »Deutschland hat seit langer Zeit ein komplexes System, das die Balance zwischen Innovationszugang und Preis kooperativ mit der Industrie so verhandelt, dass der deutsche Markt für die Pharmaunternehmen attraktiv ist.«