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ABDADatenbank²

Wechselwirkungen zeigen Individualität

Mit der ABDADatenbank² wird der Interaktions-Check um eine entscheidende Funktion erweitert: Wie relevant eine Wechselwirkung für einen konkreten Patienten ist, wird direkt aus der Warnmeldung ersichtlich.
ABDATA Pharma-Daten-Service
28.09.2020  07:00 Uhr

Arzneimittelrisiken lassen sich bereits seit 20 Jahren mit der CAVE-Funktion patientenindividuell prüfen. Der Interaktions-Check hingegen konnte bislang keine Patientenmerkmale einbeziehen. Die Warnmeldung in der Kasse spiegelte somit das generelle Interaktions­potenzial zweier Arzneistoffe wider. Falls das Ausmaß einer Interaktion von spezifischen Faktoren wie einer Erkrankung beeinflusst wird, mussten diese Zusammenhänge aus dem Mono­grafietext erschlossen werden.

Die ABDADatenbank² ermöglicht es nun, das individuelle Ausmaß einer Wechselwirkung während des Verkaufsvorgangs automatisch zu ermitteln. Hierfür gelten die gleichen Voraussetzungen wie für alle patienten­individuellen Risikoprüfungen (Kasten).

Die neue Funktion kann anhand eines Beispiels veranschaulicht werden: Zwei Patienten nehmen aufgrund ihrer Dranginkontinenz dauerhaft Tovedeso 3,5 mg Retard-Tabletten (Desfesoterodin) ein. Da beide an einer hartnäckigen Fußpilzerkrankung leiden, verschreibt ihnen der Hautarzt Sempera Kapseln (Itraconazol). Der erste Patient leidet an einer chronischen Niereninsuffi­zienz, der zweite ist Hypertoniker. Abbildung 1a zeigt die patientenindivi­duelle Interaktionsmeldung für den ersten, Abbildung 1b für den zweiten Patienten. Es wird deutlich, dass die Kombination bei chronischer Nieren­insuffizienz kontraindiziert ist, die beiden Arzneistoffe beim Vorliegen einer Hypertonie jedoch ein nur geringes ­Interaktionspotenzial aufweisen.

Die patientenindividuellen Interak­tionsmeldungen haben häufig Parallelen zu den Ergebnissen der AMTS ­CAVE-Prüfung im Bereich Erkrankung. Das ist nicht verwunderlich, denn Anwendungsbeschränkungen einzelner Arzneistoffe hängen oftmals eng mit dem individuellen Ausmaß möglicher Wechselwirkungen zusammen. So wird bei Desfesoterodin und bei Itraconazol bereits darauf hingewiesen, dass der jeweilige Wirkstoff bei eingeschränkter Nierenfunktion nur mit Vorsicht ein­gesetzt werden sollte.

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